Verzahnung der Commerzbank-Immobilienfinanzierungstöchter
Essen-Hyp-Chef macht Weg frei

Die Commerzbank hat einen großen Schritt zur Zusammenlegung ihrer Staats- und Immobilienfinanzierungstöchter Essen Hyp und Eurohypo getan. Am Dienstag gab die Commerzbank überraschend bekannt, die Eurohypo-Minderheitsaktionäre zwangsweise (Squeeze-Out) abzufinden. Außerdem wird nach Informationen aus Finanzkreisen Essen-Hyp-Chef Hubert Schulte-Kemper, der bislang gegen eine Zusammenlegung der beiden Commerzbanktöchter war, zum Jahresende zurücktreten.

ben/HB FRANKFURT. Wie es aus den Kreisen weiter hieß, soll zudem sein Vorstandskollege Michael Fröhner seinen Posten verlassen und durch Wolfgang Groth, Head of Treasury der Eurohypo ersetzt werden. Sprecher der Commerzbank und der Essen Hyp wollten sich dazu am Mittwoch nicht äußern. Die Aufsichtsräte beider Commerzbank-Töchter hatten am Dienstagnachmittag getagt.

Die Commerzbank besitzt derzeit über 95 Prozent der Eurohypo-Anteile und 51 Prozent an der Essen-Hyp. Nach dem Squeeze-Out bei der Eurohypo müsste sie sich die restlichen Anteile an der Essen-Hyp sichern, um die Töchter vollständig zusammenzulegen. Die restlichen 49 Prozent an der Essen-Hyp liegen bei der Schuppli-Gruppe.

Die Commerzbank hatte am Vormittag mitgeteilt, dass sie mehr als ein Jahr nach der Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohypo die restlichen in Streubesitz befindlichen Anteile an ihrer Tochter kaufen will. Sie habe die Eurohypo gebeten, verbliebene Minderheitsaktionäre abzufinden. Bei diesem so genannten Squeeze Out sollen die Minderheitseigner ihre Anteile gegen eine „angemessene Barabfindung“ auf die Commerzbank übertragen.

Die Commerzbank sieht diesen Schritt als Vorteil für beide Institute. „Ein solcher Beschluss eröffnet uns den nötigen strategischen und operativen Gestaltungsspielraum und schafft größere Flexibilität für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Eurohypo“, sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller. Unter dem Dach der Commerzbank solle die Eurohypo weiterhin eigenständig auftreten. „An dieser bewährten Struktur wird es keine Änderung geben“, betonte Müller.

Der entsprechende Beschluss zum Squeeze Out soll in der Hauptversammlung der Eurohypo gefasst werden. Diese werde aber nicht wie geplant am 8. Mai, sondern zu einem späteren Zeitpunkt im Sommer 2007 ausgerichtet.

Die Commerzbank hatte die Eurohypo, die sich aus den ehemaligen Hypothekensparten der privaten Großbanken zusammensetzte, im November 2005 für 4,5 Mrd. Euro übernommen. Damit war die Commerzbank gemessen an der Bilanzsumme in Deutschland zur Nummer zwei der Branche nach der Deutschen Bank aufgestiegen.

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