Victor Bout
Der „Händler des Todes“ ist verurteilt

Der als „Händler des Todes“ bekannt gewordene Waffenhändler Victor Bout ist von einem New Yorker Gericht in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß steht noch nicht fest.
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New York/WashingtonDer russische Geschäftsmann und Ex-Offizier Victor Bout ist von einem New Yorker Gericht wegen illegalen Waffenhandels und der Verschwörung zum Mord schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen des Gerichts in Manhattan hatten seit Dienstag über das Urteil beraten. Der 44-Jährige wurde wegen Verschwörung mit dem Ziel US-Amerikaner zu töten und wegen illegaler Waffenlieferungen an terroristische Organisationen schuldig gesprochen. Damit droht Bout eine lebenslange Haftstrafe. Das genaue Strafmaß war zunächst noch nicht verkündet worden.

Bout unterhielt seit den 1990er Jahren eine ganze Flotte von Transportflugzeugen, mit denen er Waffen, meist aus sowjetischen Beständen, in Krisengebiete in aller Welt verfrachtet haben soll. Insbesondere in Afrika, wo der heute 44-Jährige zu Sowjetzeiten stationiert war, fand er Käufer für Kalaschnikows, Panzerfäuste und auch schwere Waffen. Sein Fall soll die Vorlage für den Hollywoodfilm „Händler des Todes“ mit Nicolas Cage sein.

Bout, ein ehemaliger Offizier der sowjetischen Streitkräfte, trägt den Spitznamen „Händler des Todes“ und wurde 2008 in Thailand festgenommen, als Lockvögel des US-Drogendezernats DEA ihm ein Waffengeschäft unterbreiteten. Damals willigte er laut Anklage ein, Waffen an die linksgerichtete, kolumbianische Rebellenorganisation FARC zu liefern.

Die Anklage hatte die Beweise gegen Bout als „überwältigend“ bezeichnet. Er habe in alle Krisengebiete geliefert und einzig auf den Profit orientiert den Tod Tausender Menschen in Kauf genommen. In seinem Schlussplädoyer sagte US-Staatsanwalt Brendan McGuire, Bout habe bei Verhandlungen in Thailand alles getan, um verdeckten US-Ermittlern, die sich als Kolumbianer ausgaben, zu versichern, er sei derjenige, der ihnen alle Waffenwünsche erfüllen könne.

Bouts Verteidiger Albert Dayana hatten hingegen gesagt, sein Mandant habe nie illegal mit Waffen gehandelt. Er argumentierte, die US-Behörden hätten einen legitimen Geschäftsmann hereingelegt und die Anklage auf Tonbandaufnahmen gestützt, die offen für Interpretationen seien. Es habe zu keinem Zeitpunkt einen Austausch von Geld oder Waffen gegeben. „Alles, was sie haben, ist Spekulation, Zweideutigkeiten und Mutmaßungen“, sagte Dayan.

Nach Angaben von US-Behörden verfügte Bout gegen Ende der 1990er Jahre über eine Flotte von mehr als 60 Flugzeugen. Die Maschinen flogen Ziele von Afrika bis Afghanistan an, mit Zwischenstopps in Belgien, Südafrika, Swasiland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Osteuropa. Sie transportierten Fracht von Diamanten bis Gladiolen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Victor Bout: Der „Händler des Todes“ ist verurteilt"

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  • top auf den Punkt gebracht! Danke!

  • Der Mann ist doch nur ein kleiner Fisch. Am globalen Morden verdienen andere weit mehr. Diese Personkreise werden natürlich nicht belangt. Und diese werden schnell andere "Außendienstmitarbeiter" finden. Verlogen.

  • Dieser Schreiberling ist nicht einmal in der Lage den Namen unserer Bundeskanzlerin richtig zu schreiben.

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