Victory entlässt Finanz- und Personalchef
Unaxis-Manager müssen gehen

Die österreichische Beteiligungsgesellschaft Victory räumt bei dem schlingernden Schweizer Technologiekonzerns Unaxis auf. Nach dem Verwaltungsrat wird nun auch die Konzernleitung ausgetauscht.

HB ZÜRICH. Finanzchef Kaspar Kelterborn und Personalchef Matthias Mölleney wurden auf Initiative des Grossaktionärs entlassen. „Finanzchef Kaspar Kelterborn und Personalchef Matthias Mölleney haben das Unternehmen auf Wunsch der neuen Eigentümer verlassen“, sagte ein Unaxis-Sprecher am Mittwoch. Unaxis will „zu gegebener Zeit über die Nachfolge informieren“.

Wie bereits seit Anfang Juni bekannt, wird der Victory-Wunschkandidat Thomas Limberger per 1. August CEO und folgt damit Interimschef Harald Eggers nach. Limberger ist zudem der einzige Vertreter des bisherigen Verwaltungsrates, der auch in Zukunft in dem Aufsichtsgremium sitzen wird. Bei der ausserordentlichen Generalversammlung am Dienstag waren die Victory-Kandidaten mit 92 % der vertretenen Stimmen in den Verwaltungsrat gewählt worden, während der bisherige Verwaltungsrat mit Ausnahme von Limberger geschlossen zurückgetreten war.

Der Ausgang der von Victory geforderten ausserordentlichen Generalversammlung kam nicht überraschend. Die Gesellschaft um Mirko Kovats und Ronny Pecik verfügt über rund 42 % der Unaxis-Stimmen und will bis zum 2. September weitere rund 14 % vom Gründungsaktionär, der Familie Anda-Bührle, übernehmen. Dazu kommen Optionen, die zum Kauf von 8,7 % der Aktien berechtigen.

Zur Verzögerung bei der Übertragung kam es offenbar, weil die Kredit gebenden Banken eine vertiefte finanzielle Prüfung von Unaxis verlangten. „Die Banken wollten sich im Rahmen einer kurzen Due Diligence Einblick in Unaxis verschaffen“, sagte Pecik in einem Interview der am Mittwoch erschienenen „Finanz & Wirtschaft“. Gemäss beiden Seiten knüpfte Unaxis die Due Diligence aber an die Bedingung, dass Victory den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet. Dies wollte Victory nicht.

Pecik erklärte weiter, die Übernahme des restlichen Anda-Bührle-Pakets stelle kein Problem dar. „Die Kreditlinien sind sehr komfortabel. Sie werden uns von grossen europäischen Instituten zur Verfügung gestellt. Diese Partner kennen unsere Strategie und unterstützen sie“, so Pecik in der „FuW“. Der scheidende Unaxis-Verwaltungsratspräsident Markus Rauh hatte bei der Generalversammlung angedeutet, dass Victory Mühe mit der Finanzierung haben könnte.

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