Videos über Firmen-E-Mail verschickt
Gewaltpornos sind Kündigungsgrund

Wer auf dem Firmencomputer Gewalt-Videoclips an Kollegen verschickt, riskiert grundsätzlich eine fristlose Kündigung ohne Abmahnung.

dpa FRANKFURT. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil festgestellt. Die Richter wandelten allerdings die fristlose Kündigung eines Chemikers bei einem Pharmaunternehmen in Anbetracht seiner rund 25-jährigen Betriebszugehörigkeit in eine ordentliche Kündigung um (Az.: 7Ca 3 835/05).

Der Angeklagte hatte in 17 Fällen Pornovideos aus dem Internet über die firmeneigene E-Mail-Leitung im Kollegenkreis verschickt. In einem der Filme war zu sehen, wie eine nackte und gefesselte Frau mit Werkzeugen im Genitalbereich misshandelt wurde. Dem Urteil zufolge handelt es sich dabei um gewaltverherrlichende und diskriminierende Darstellungen, die ein Arbeitgeber nicht tolerieren muss. Der Gerichtsvorsitzende wies aber ausdrücklich darauf hin, dass die Versendung pornografischer Darstellungen ohne Gewalt vom Firmencomputer allein noch kein Kündigungsgrund sei.

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