Videospiel-Pionier
Nintendo-Patriarch Yamauchi ist tot

Super Mario, Zelda und Donkey Kong – sie alle hätte es ohne Hiroshi Yamauchi nicht gegeben. Nun ist die Videospiel-Legende gestorben. Er prägte nicht nur das Gesicht von Nintendo, sondern die gesamte Videospiel-Branche.
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TokioNintendo-Patriarch Hiroshi Yamauchi, der die Firma zu einem Schwergewicht bei Videospielen machte, ist im Alter von 85 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Das teilte der japanische Konzern am Donnerstag mit.

Yamauchi, der Ur-Enkel des Nintendo-Gründers, hatte 1949 den Chefposten übernommen. Damals stellte Nintendo Spielekarten her. In den 70er Jahren stieg die Firma unter Yamauchi in das Geschäft mit Videospiel-Geräten ein. 1983 legte der Konzern mit der ersten Heim-Konsole „Family Computer System“ den Grundstein für die heutige Milliarden-Industrie. Dann brachte Nintendo 1989 den tragbaren Gameboy auf den Markt, der zu einem großen Hit wurde.

Yamauchi blieb bis 2002 an der Konzernspitze. Er stellte Weichen, die das Gesicht von Nintendo bis heute bestimmen und der Firma eine Fangemeinde sichern. So engagierte er den Designer Shigeru Miyamoto, der Figuren wie Super Mario, Zelda und Donkey Kong schuf.

Hiroshi Yamauchi war Geschäftsmann mit Leib und Seele. In den 50er Jahren machte er Nintendo zum größten Spielkarten-Hersteller Japans, nachdem er einen Lizenz-Deal mit Walt Disney schloss. Diese Erfahrung zeigte ihm, was für einen großen Wert beliebte Figuren haben können. In den 60er Jahren stieg er ins Spielzeug-Geschäft ein und war einer der ersten, die auf batteriebetriebene Spielsachen setzte.

Zwischendurch produzierte Nintendo alles mögliche, von Kinderwagen bis Fast-Food, die Experimente brachten die Firma Ende der 60er Jahre an den Rand des Ruins. Der Einstieg ins Videospiel-Geschäft brachte die Wende.

Damit wurde der Studium-Abbrecher Yamauchi zu einem der reichsten Männer Japans und leistete sich auch manchen Luxus. So kaufte er 1992 die Seattle Mariners. Als erster Ausländer besaß er nun ein großes US-amerikanisches Baseball-Team. Er war bis zuletzt zweitgrößter Nintendo-Aktionär mit einem Anteil von rund zehn Prozent. Das US-Magazin „Forbes“ schätzte sein Vermögen zuletzt auf 2,1 Milliarden Dollar.

Der Tod des Patriarchen fällt in eine schwierige Zeit für Nintendo. In einem immer stärker segmentierten Markt macht dem Unternehmen unter anderem die Konkurrenz durch Handy-Spiele zu schaffen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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