Viele Unternehmen stellen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung – und verringern so Risiken
Mehr Ansehen durch Engagement

Wolfgang M. greift längst nicht mehr blind in die Regale im Drogeriemarkt um die Ecke: Er sucht sich gezielt Rasierseife, bei deren Herstellung auf Tierversuche verzichtet wurde. Das ist Wolfgang M. sogar den weiteren Weg wert – womit er voll im Trend liegt.

Mehr als die Hälfte aller Bundesbürger bevorzugt Produkte von gesellschaftlich engagierten Unternehmen, ergab eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Die Berücksichtigung ethischer Aspekte steht deshalb immer öfter ganz oben auf der Agenda vieler Firmenchefs. Bereits Ende 2001 engagierten sich laut IW rund 82 Prozent der deutschen Unternehmen für gesellschaftliche Zwecke. „Die Wirtschaft übernimmt im eigenen Interesse Formen von Verantwortung, die der Staat nicht mehr leisten kann“, beobachtet Klaus Mittelbach, Geschäftsführer von Econsense, dem Forum für Nachhaltigkeit, in Berlin.

Das nütze vor allem dem guten Namen des Unternehmens, der in Zeiten der Globalisierung sehr schnell Schaden nehmen kann: „Das Beispiel Brent Spar hat uns das sehr schön vor Augen geführt“, meint Mittelbach. In dieselbe Richtung argumentiert Peter Kromminga, Geschäftsführer der Bundesinitiative „Unternehmen: Partner der Jugend“ in Berlin: „Der Druck der Verbraucher in einem wachsenden Markt vergleichbarer Produkte ist ausschlaggebend für die große Bedeutung von ,Corporate Social Responsibility (CSR)’“. Mehr als 70 Prozent der Vorstandschefs, die beim Weltwirtschaftsforum befragt wurden, waren überzeugt: Investoren werden die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch die Firmen immer wichtiger nehmen.

Viele Unternehmen sind seit längerem durchgestartet. Das Handelshaus Otto in Hamburg hat beispielsweise seine Geschäftspartner zur Einhaltung eines Verhaltenskodex verpflichtet. Darin ist das Verbot von Kinderarbeit ebenso festgelegt wie die Zahlung von Mindestlöhnen oder der Umweltschutz. Der Volkswagen-Konzern in Wolfsburg hat ein Recyclingsystem, das die kostenlose Rücknahme von Abfällen und Rohstoffen aus Werken und Werkstätten vorsieht. Alle europäischen Volkswagen-Werke unterziehen sich zudem regelmäßig Umweltaudits. Henkel in Düsseldorf fördert mit einem speziellen Programm das ehrenamtliche Engagement seiner Mitarbeiter – sie werden durch Spenden unterstützt oder sogar teilweise von der Arbeit freigestellt.

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