Viele Unternehmer sind betriebsblind: Konkurrenz im eigenen Haus wird oft unterschätzt

Viele Unternehmer sind betriebsblind
Konkurrenz im eigenen Haus wird oft unterschätzt

Wettbewerb belebt das Geschäft. Sitzt der Wettbewerber allerdings in den eigenen Reihen, droht das betroffene Unternehmen von innen auszubluten. Genau das geschieht in deutschen Firmen immer häufiger, warnen jetzt Unternehmensanwälte und Wirtschaftsdetektive.

HB GARMISCH. "Der Wettbewerb wird immer härter", sagt Oliver Vollstädt, Arbeitsrechtsanwalt in der Düsseldorfer Kanzlei Kliemt & Vollstädt - für ihn einer der Hauptgründe des zunehmenden Ideen-Klaus.

Es geht um den Verstoß gegen firmeninterne Wettbewerbsverbote. Die bleiben häufig ungeahndet - meist, weil sie zu spät oder gar nicht erkannt werden. Höchste Alarmstufe also. Umso erstaunlicher ist es, "dass etliche Unternehmer einfach den Kopf in den Sand stecken und der aufkommenden Konkurrenz mehr oder weniger tatenlos zusehen", sagt Arbeitsrechtsspezialistin Antje Burmester aus dem Kölner Büro von Ulrich Weber & Partner.

Ihr Kollege Vollstädt rät den Firmenlenkern, bei entsprechendem Verdacht auch private Detektive einzusetzen. Die wundern sich schon seit längerem über die Blauäugigkeit in den Betrieben. "Viele Unternehmer sind betriebsblind. Die Arbeitgeber werden meist überrascht, wenn sie plötzlich ihre eigenen Produkte irgendwo im Ausland wiederfinden", sagt Klaus Baier-Dieter von der Wirtschaftsdetektei Desa in Berlin.

Meist laufen die Fälle nach einem bestimmten Muster ab. Wenn echte Know-How-Träger ihrem Arbeitgeber den Rücken kehren, machen sie sich entweder mit einer saftigen Abfindung selbstständig oder heuern bei der Konkurrenz an. Und das ganz unverhohlen. "Der Trick dabei ist, dass diese Mitarbeiter eine fristlose Kündigung ihres bisherigen Arbeitgebers geradezu provozieren. Denn dann", so Anwalt Vollstädt, "sind sie tatsächlich für den Arbeitsmarkt frei."

Damit es dazu erst gar nicht kommt, rät Detektiv Baier den Unternehmen zu einer regelmäßigen Risikoidentifizierung unter den Mitarbeitern - und zwar schon weit vor einer möglichen Eskalation. So vollziehe sich der Lösungsprozess unzufriedener Angestellter durchschnittlich über ein bis zwei Jahre. Entsprechende Warnzeichen würden in den Betrieben unterschätzt. Wenn allerdings die Detektive gerufen werden, müssen sich die untreuen Mitarbeiter warm anziehen. Ihr Repertoire "reicht von der klassischen Observation bis hin zum Aufbau so genannter Legenden-Firmen, die Scheinanfragen bei den illoyalen Mitarbeitern oder ihren Strohmännern starten", beschreibt Baier die Detailarbeit der Wirtschafts-Matulas.

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