Viermetz soll Kontrollgremium führen
Börsen-Aufsichtsrat wieder komplett

Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse ist wieder komplett. Der frühere Hypo-Vereinsbank-Aufsichtsratchef Kurt Viermetz soll dabei neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums bei der Deutschen Börse werden.

HB FRANKFURT. Neun Wochen nach dem Sturz der Börsenführung durch kritische Großaktionäre setzte das Amtsgericht Frankfurt am Dienstag die Nachfolger der vier Kontrolleure ein, die im Zusammenhang mit dem Dauerstreit zwischen Management und Anlegern zurückgetreten waren. Mitglieder des Aufsichtsrates wurden auf Antrag des Dax-Unternehmens der Ex-Aufsichtsratschef der Hypo-Vereinsbank (HVB), Kurt Viermetz, der CDU-Finanzexperte Friedrich Merz, der ehemalige WestLB-Vorstand Gerhard Roggemann und der frühere Goldman-Sachs-Investmentbanker Richard Hayden.

Die Amtszeit der neuen Aufsichtsräte endet laut Gerichtsbeschluss „spätestens mit dem Ablauf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft“, also im Mai 2006. Spätestens Ende dieses Jahres will der derzeitige Vorsitzende des Aufsichtsrates, Rolf Breuer, sein Amt niederlegen. Als Nachfolger ist Viermetz vorgesehen. „Kurt F. Viermetz wird für den Vorsitz in der Nachfolge von Rolf-E. Breuer kandidieren“, teilte die Börse mit.

Breuer hatte am 9. Mai angekündigt zurückzutreten, sobald ein neuer Vorstandschef für die Deutsche Börse gefunden ist. Ein Nachfolger für Werner Seifert ist jedoch nach Angaben aus Börsenkreisen derzeit nicht in Sicht. Die nächste reguläre Sitzung der 21 Aufsichtsräte ist für Mitte September geplant.

Den personellen Neuanfang hatten kritische Großaktionäre um den britischen Hedge-Fonds TCI erzwungen, nachdem sie zuvor die geplante Übernahme der Londoner Börse (London Stock Exchange/LSE) verhindert hatten. Die Deutsche Börse hatte daraufhin angekündigte, „Aufsichtsrat und Vorstand an die neue Eigentümerstruktur anzupassen“. Nach einer von der Börse beauftragten Studie hielten Anfang März deutsche Aktionäre nur noch 7 % der Anteile, 48 % entfielen auf britische, 29 % auf US-Investoren.

Bei der Auswahl der neuen Aufsichtsräte stimmte sich die Börsenführung dem Vernehmen nach eng mit den Anteilseignern ab. Der CDU-Politiker und Anwalt Merz beispielsweise ist Rechtsberater von TCI-Chef Christopher Hohn. Den Weg über das Amtsgericht wählte das Unternehmen, um eine teure außerordentliche Hauptversammlung zur Neuwahl der Aufsichtsräte zu vermeiden.

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