Vietjet Airline-Chefin auf dem Weg zur Milliardärin

Sie könnte die erste Selfmade-Milliardärin aus Südostasien werden: Nguyen Thi Phuong Thao will beim Börsengang von Vietjet Kasse machen. Ihr Erfolgsgeheimnis sind billige Flüge – und freizügige Werbung.
Die Vietjet-Chefin, hier mit Airbus-Präsident Fabrice Brégier, könnte bald zur Milliardärin werden. Quelle: dpa
Nguyen Thi Phuong Thao

Die Vietjet-Chefin, hier mit Airbus-Präsident Fabrice Brégier, könnte bald zur Milliardärin werden.

(Foto: dpa)

Ihre erste Million machte die Vietnamesin Nguyen Thi Phuong Thao im Alter von 21 Jahren, indem sie mit Faxgeräten und Latex handelte. Knapp 25 Jahre später könnte sie nun dank ihrer Fluggesellschaft Vietjet Aviation und freizügiger Werbung zur ersten Frau in Südostasien werden, die aus eigener Kraft ein Milliardenvermögen anhäuft.

Nach dem Börsengang von Vietnams einziger privater Fluglinie wird Thao wohl mehr als eine Milliarde Dollar besitzen, wie aus dem Bloomberg Billionaires Index hervorgeht. Ein Großteil ihres Reichtums geht auf das Konto von Vietjet und ihrer Beteiligung an Dragon City, einem Immobilienprojekt in Ho-Chi-Minh-Stadt.

„Ich habe mich niemals an den Tisch gesetzt und mein Vermögen berechnet“, erklärt die 45-Jährige in einem Interview mit Bloomberg. „Mein Fokus liegt allein darauf, wie sich das Wachstum des Unternehmens und die Durchschnittsgehälter meiner Mitarbeiter steigern lassen. Und wie die Fluggesellschaft mehr Marktanteile erobern und zur Nummer eins werden kann.“

Thao plant nach eigenen Angaben den Börsengang von Vietjet möglicherweise schon innerhalb der nächsten drei Monate. Bis zu 30 Prozent der Anteile könnten dabei auf den Markt kommen. Das Unternehmen ist bekannt für seine Werbung mit Frauen in Bikinis. Die Fluglinie strebt eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar an, wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfuhr. Thao, die die Airline gegründet hatte, besitzt den Angaben zufolge 95 Prozent des Unternehmens.

Die unsichersten Airlines der Welt
Rangliste der 60 größten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sechs Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab, es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2015 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

„Sie ist nicht wie andere reiche Leute – sie ist ziemlich leise in Vietnam“, sagt Vo Phuc Nguyen von CIMB Group Holdings in Ho-Chi-Minh-Stadt. „Sie ist mit Vietjet wirklich erfolgreich. Aus dem Nichts heraus hat die Airline nun einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent in Vietnam, in nur ein paar Jahren.“

Die offenbar angestrebte Bewertung würde Vietjet wertvoller machen als beispielsweise die südkoreanische Asiana Airlines oder die finnische Finnair. Unternehmensangaben zufolge hatte Vietjet im vergangenen Jahr den Umsatz auf 10,9 Billionen Dong (436 Millionen Euro) verdreifacht, während der Nettogewinn auf fast eine Billion Dong anschwoll.

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