Viktor Bout: Dem „Händler des Todes“ droht lebenslänglich

Viktor Bout
Dem „Händler des Todes“ droht lebenslänglich

Als „Händler des Todes“ wurde Viktor Bout bekannt. Er soll Rebellen und Terroristen auf der ganzen Welt mit Waffen versorgt haben. Vor Gericht erwartet ihn kein Happy End - dem Russen droht lebenslänglich.
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MoskauSein Leben inspirierte Hollywood zu dem Kinofilm „Händler des Todes“, dabei ist die wahre Geschichte von Viktor Bout noch nicht einmal zu Ende erzählt. Heute schließt sich zumindest ein wichtiges Kapitel. Ein New Yorker Gericht verkündet das Strafmaß gegen den russischen Waffenhändler. Schuldig gesprochen wurde Bout bereits im Herbst.

Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Der 45-Jährige soll knapp 20 Jahre lang Armeen, Rebellen und Terroristen mit Waffen versorgt haben. Zu Sowjetzeiten war er als Offizier der Luftwaffe in Afrika stationiert. Später fand er dort zahlreiche Kunden, denen er nach dem Kalten Krieg das Kriegsgerät aus dem Arsenal ehemaliger Ostblockstaaten verkaufte.
Seine Festnahme gelang US-Agenten schließlich 2008 in Bangkok. Die Ermittler hatten sich als kolumbianische Rebellen ausgegeben, die „ein paar Amerikaner umbringen“ wollten. Bout fiel auf die falschen Kunden rein.

Aus russischer Sicht ist die Geschichte eine andere. Staatsmedien beschreiben Bout als gewöhnlichen Transportunternehmer, der plötzlich zum „Händler des Todes“ erklärt wurde. Und die Regierung in Moskau kritisierte wiederholt das Verfahren in den USA. Zuletzt hieß es aus dem Außenministerium, es werde auf eine Rückkehr Bouts in seine Heimat hingearbeitet. Bout selbst beteuert seine Unschuld und weist alle Vorwürfe als politisch motiviert zurück.

Dass sich die Amerikaner auf einen diplomatischen Deal einlassen, ist aber nicht zu erwarten. Ein Happy End für Bout wie im Hollywoodfilm, in dem der Waffenhändler wieder freikommt, ist also eher unwahrscheinlich.

Oliver Bilger ist Korrespondent in Moskau.
Oliver Bilger
Handelsblatt / Korrespondent Moskau

Kommentare zu " Viktor Bout: Dem „Händler des Todes“ droht lebenslänglich"

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  • Und welche Strafe haben die Produzenten von diese Waffen b ekommen? - Oder wurde der Weltschuldige gefunden und es kommt ewiger Frieden? Hatt Grass also doch nicht Recht?
    Der israelische Minister der in den USA um Krieg gebettelt hat meint in Wahrheit brüderliche Zusammenarbeit zum Wohle aller Menschen?
    Wie verlogen wir doch alle sind!

  • "Er soll Rebellen und Terroristen auf der ganzen Welt mit Waffen versorgt haben"

    Und wenn schon, das machen die USA doch auch nur eine Nummer grösser.

    Ein Grund mehr uns von Amerika abzuwenden.

    Europas Zukunft liegt auf dem Kontinent und nicht jenseits des grossen Teiches. Im Osten ist noch viel Platz für Erweiterung der EU...

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