Virgin-Gründer
Milliardär Branson plant Einstieg ins Kreuzfahrtgeschäft

Richard Branson versteht es wie kaum ein Zweiter, ganze Branchen aufzumischen. Das neueste Projekt des Virgin-Gründers: Virgin Cruises will ins Kreuzfahrtgeschäft vorstoßen. Deutschen Werften winkt ein Milliardenauftrag.
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DüsseldorfDer britische Unternehmer und Multi-Milliardär Richard Branson lockt die deutschen Werften mit einem Milliardenauftrag. „Wir wollen in den nächsten Jahren mit Virgin ins Kreuzfahrtgeschäft vorstoßen“, sagte der 63-Jährige Gründer der Virgin-Gruppe dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Wir sprechen bereits mit Werften in Italien und Deutschland, um große Schiffe für Virgin Cruises bauen zu lassen. Die Chancen stehen sehr gut, dass Deutschland den Zuschlag bekommt.“

Branson hatte Anfang März erstmals Pläne zur Gründung einer neuen Reederei vorgestellt. Als anfängliche Investition sollen laut Branchenschätzungen rund 1,7 Milliarden Dollar geplant sein, etwa zwei Drittel sollen dabei von Banken kommen, ein Drittel von anderen Investoren. Geplant seien zunächst zwei Schiffs-Neubauten in den nächsten Jahren, hieß es. „Wir bauen und konzipieren die Schiffe komplett neu. Das wird ungefähr drei Jahre dauern“, so Branson. Für große deutsche Werften wie Bloom+Voss in Hamburg und der Meyer-Werft in Papenburg wäre der Bau der Großschiffe ein lukrativer Auftrag.

Branson hat wie kaum ein Zweiter darin Erfahrung, Geschäftsideen zu entwickeln und Branchen aufzumischen. Zuletzt kämpfte der 63-jährige Branson jedoch mit Schwierigkeiten bei „Virgin Galactic“, das Raumflüge für Privatleute anbieten will: „Die Explosion und die bedauerlichen Todesfälle haben das Projekt zurückgeworden.“ Der Jungfernflug verzögert sich seit geraumer Zeit, aber der Unternehmer gibt sich für einen Start noch im Jahr 2014 optimistisch: „Nach den Informationen, die ich habe, bin ich zuversichtlich, dass es noch dieses Jahr klappen wird“, so Branson.

Branson, der sich auch als Philanthrop engagiert und mehrere Projekte zum Klimawandel angestoßen hat, äußert sich gegenüber dem Handelsblatt kritisch zur deutschen Energiepolitik. „Ich halte den kompletten Ausstieg aus der Atomenergie aus der Sicht der globalen Erderwärmung für einen Fehler“, sagte Branson. „Wir müssen alle Instrumente nutzen, um den Klimawandel zu stoppen – und die Atomenergie gehört für mich dazu. Es sind in den vergangenen Jahren deutlich mehr Menschen im Bergbau gestorben als durch Kernkraft.“ Die deutsche Bundesregierung hatte 2011 beschlossen, in Deutschland bis spätestens Ende 2022 endgültig den letzten Atommeiler stillzulegen.

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