Vittorio Colao
Im zweiten Anlauf

Vittorio Colao war schon einmal Kronprinz bei Vodafone. Dann verließ ihn die Geduld, und er kehrte dem weltgrößten Mobilfunkkonzern den Rücken. Jetzt hat er es geschafft. Der Italiener löst Arun Sarin im Juli an der Spitze ab. Er muss den Konzern vor allem im mobilen Internet voranbringen.

LONDON. Vor etwa einem Jahr ließ Vittorio Colao in einem Interview wissen, dass er keinerlei Interesse am Chefposten von Telecom Italia habe, immerhin Italiens Nummer eins in der Telekom-Branche. „Meine Kinder gehen in England zur Schule, ich fühle mich bei Vodafone sehr wohl“, sagte der 46-Jährige damals.

In Zukunft wird sich Colao wohl noch etwas heimischer auf der Insel fühlen. Denn im Juli löst der Italiener Arun Sarin ab, den Chef des weltgrößten Mobilfunkanbieters Vodafone. Dass Colao an die Spitze rückt, überrascht zwar nicht. Der ehrgeizige Mann mit der jungenhaften Frisur gilt seit längerem als Kronprinz bei Vodafone.

Doch der Zeitpunkt kommt überraschend. Sarin hat sich nach einer schwierigen Phase, als die Karriere des indischstämmigen Managers auf der Kippe stand, mittlerweile doch jede Menge Respekt in der Londoner City verschafft. Und nun tritt er ab.

Colaos Aufstieg zum Kronprinzen bei Vodafone folgt dem Muster des biblischen Gleichnisses vom verlorenen Sohn. Nach einem zweijährigen, glücklosen Intermezzo an der Spitze des italienischen Medienkonzerns RCS kehrt Colao im September 2006 zu Vodafone zurück. Er rückt beim Mobilfunkriesen auf den zweitwichtigsten Posten. Colao wird Europachef und übernimmt so eine Schlüsselposition im Kampf des Konzerns, wieder auf einen überzeugenden Wachstumskurs zu kommen.

Seit damals kursieren zwei Versionen über die Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Die offizielle Fassung lautet: Sarin hat die Gunst der Stunde genutzt, um mit Colao schnell die Lücke zu schließen, die der Abgang seines Vertrauten Bill Morrow gerissen hat. Der gibt damals aus persönlichen Gründen auf, nur wenige Wochen nachdem ihn Sarin zum Europachef gekürt hat. Damit wird zugleich die Planstelle des Kronprinzen frei.

Die andere Version lautet: Der mächtige Vodafone-Chairman John Bond hat Vittorio Colao als Sarins Vize installiert, um jederzeit einen Nachfolger für den damals angeschlagenen Vorstandschef präsentieren zu können.

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