Volker Kauder
Porträt: Merkels treuer Knappe

In einem ist Volker Kauder nun seiner Chefin Angela Merkel voraus. Bei der Wahl zum CDU-Generalsekretär erzielte er mit mehr als 97 Prozent der gültigen Stimmen auf dem Wahlparteitag am Sonntag auf ein noch besseres Ergebnis als Merkel vor sieben Jahren.

HB DORTMUND. Damals hatte sie mit 93 Prozent den nach dem Vorsitzenden wichtigsten Parteiposten übernommen und damit die Basis für ihren späteren rasanten Aufstieg geschaffen.

Nun hat Kauder sie noch übertrumpft. Das heißt aber ganz und gar nicht, dass er nun von Sonntag an höhere Ambitionen hegen würde. Er ist der ideale zweite Mann. Und so schätzt er sich auch ein. Von seiner Person macht der mit einer Ärztin verheiratete Jurist nicht viel Aufhebens, auch wenn er den Jubel der Delegierten in der Westfalenhalle dann doch gerührt entgegen nahm.

An fröhlichem Selbstbewusstsein hapert es bei Kauder nicht. Der Mann mit der leicht getönten Brille weiß vor allem, wie man Wahlkämpfe führt und Wahlen gewinnt. Und darauf kommt es ja für die CDU jetzt an. Über ein Jahrzehnt war der 55-Jährige der treue Knappe von Baden-Württembergs langjährigem Ministerpräsidenten Erwin Teufel. Mit Kauder als Generalsekretär gewann Teufel zuletzt 2001 im „Ländle“. Kauder, der nun den Wahlkampf für „seine“ Kanzlerkandidatin Merkel organisiert, kann von sich sagen: „Ich habe noch nie einen Wahlkampf verloren.“

Seit drei Jahren sind Merkel und Kauder nun ein Gespann. Nachdem die CDU-Chefin 2002 auch den Fraktionsvorsitz übernommen hatte, holte sie den früheren Vize-Landrat von Tuttlingen und langjährigen Bundestagsabgeordneten auf den Posten des einflussreichen Parlamentarischen Geschäftsführers. Das war eine Überraschung, weil Kauder einer der ersten war, die sich 2001 gegen eine Kanzlerkandidatin Merkel und für den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) aussprachen.

Aber die beiden harmonierten. Das, was Merkel fehlt, kann Kauder vorweisen. Der Sohn eines Schuldirektors ist mit der CDU schon seit frühester Jugend verbandelt. Er weiß seit seiner Zeit als Gymnasiast, wie die CDU tickt. Er ist damit so etwas wie das Rückgrat der Vorsitzenden, die die CDU nach der Wende erst einmal „lernen“ musste.

Am liebsten würde Merkel Kauder klonen. Nach einem Wahlsieg könnte er vieles werden. Fraktionschef zum Beispiel. Er selbst würde gern als Kanzleramtschef die Strippen ziehen.

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