Volksbank Österreich
Ex-Politiker wird neuer Chefkontrolleur

Die Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbank geht voran. Der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende ist ein vormaliger Politiker. Er wird die Interessen des Staats vertreten. Unklar ist, wer die Bank führen soll.
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WienDie krisengeschüttelte Österreichische Volksbanken AG bekommt einen früheren ÖVP-Politiker als neuen Aufsichtsratschef. Das Kontrollgremium habe in seiner ersten Sitzung in der Nacht auf Freitag Hans Jörg Schelling zum neuen Vorsitzenden gewählt, sagte ein ÖVAG-Sprecher.

Der gebürtige Vorarlberger Schelling ist Unternehmensberater und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich. Er saß gut ein Jahr lang für die ÖVP im Nationalrat und soll nun die Interessen des Staates bei dem angeschlagenen Institut wahrnehmen. Österreich hält künftig 43,3 Prozent an der Bank. Die Mehrheit gehört weiterhin den regionalen Volksbanken, die künftig 50,1 Prozent halten. Der deutschen DZ Bank gehören künftig 3,8 Prozent, der Ergo Versicherung 1,5 Prozent und der RZB 0,9 Prozent. Sie alle hatten kein weiteres Geld in das Institut gepumpt und wollen sich von ihrem Engagement früher oder später trennen.

Wer künftig an der Spitze des ÖVAG-Vorstands steht, ist noch nicht klar. Ein externer Personalberater soll sich auf die Suche nach geeigneten Kandidaten begeben und dem Aufsichtsgremium bis Ende Mai einen Zwischenbericht vorlegen, sagte Schelling der österreichischen Agentur APA. Als Favorit für den Posten galt zuletzt der ehemalige Bawag-Manager Stephan Koren. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte ihn als ihren Wunschkandidaten bezeichnet. Das würde allerdings dem österreichischen Proporz-System widersprechen: Weil bereits Schelling dem schwarzen Lager zuzuordnen ist, könnte der Vorstandschef ein Kandidat der SPÖ sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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