Vom Dealer zum Millionär
Wie 50 Cent reich wurde

Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, wurde Drogendealer und von acht Kugeln durchlöchert: Curtis Jackson, besser bekannt unter seinem Künstlernamen 50 Cent. Dann ist er Hip-Hop-Musiker und ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden. Inzwischen verfügt 50 Cent über ein Vermögen von rund 500 Millionen Dollar. Jetzt hat er seine Lebensgeschichte aufgeschrieben.
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DÜSSELDORF. Gernot Pflüger und 50 Cent könnten unterschiedlicher kaum sein. Der eine wuchs recht behütet in Deutschland auf, der andere im Ghetto New Yorks. Doch zwei Dinge verbindet sie: Beide sind auf unwahrscheinlichen Wegen zu erfolgreichen Unternehmern geworden. Und beide haben jüngst ein Buch veröffentlicht, wie man erfolgreich in der Wirtschaftswelt zurecht kommt.

Beide Bücher sind enorm spannend zu lesen und eignen sich bestens, um verglichen zu werden. Denn so unterschiedlich wie die Herkunft von Pflüger und 50 Cent ist, so unterschiedlich sind auch ihre Ratschläge. Geschrieben wurden beide Bücher nicht für Führungskräfte und solche, die es werden wollen, sondern auch für dir Sorte Mitarbeiter, die Vorstandinitiativen schon mal als "Onanieren ohne Gebrauch der Hände" (Pflüger) bezeichnen. Also für diejenigen, die zu der großen Gruppe Mitarbeiter gehören, die innerlich schon gekündigt haben.

Gernot Pflüger übernahm vor 19 Jahren aus einem großen Zufall heraus das Unternehmen CPP. Nachdem er den ursprünglichen Inhaber ausbezahlt hatte, erweiterte Pflüger die Eventagentur und führte einen besonderen Führungsstil ein: CPP setzt auf eine demokratische Unternehmenskultur. Alle Entscheidungen werden von den rund 30 Mitarbeiten gemeinsam getroffen. Die beiden Geschäftsführer haben lediglich eine Stimme. Für gewöhnliche Entscheidungen reicht die einfache Mehrheit. Je wichtiger die Themen werden, desto höher muss die Übereinstimmung sein. Bei ganz wichtigen Dingen, wie zum Beispiel Neueinstellungen, hat jeder Mitarbeiter sogar ein Veto-Recht, was allerdings bisher laut Pflüger nur äußerst sparsam angewendet wurde. Der zeitliche Aufwand für diese demokratischen Prozesse sei zwar "beträchtlich gewachsen", aber immer noch "gut handhabbar".

Pflüger beschreibt in seinem Buch "Erfolg ohne Chef. Wie Arbeit aussieht, die sich Mitarbeiter wünschen", die Geschichte seines Arbeitslebens. Er hat vor der Übernahme von CPP kennengelernt, wie demotivierend der Alltag in deutschen Betrieben sein kann. Seinem Menschenbild entsprachen die üblichen Führungsmethoden überhaupt nicht: "Spaß und gute Laune bei der Arbeit? Für Deutsche hat das einen ganz miserablen Klang." Pflüger glaubt an die Fähigkeit des Menschen, auch ohne Druck und monetäre Motivationsmittel gut arbeiten zu können.

Bei CPP bekommen die Mitarbeiter nicht nur Einsicht in die Finanzlage des Unternehmens und wie gesagt umfangreiche Mitbestimmungsrechte, sondern auch im Alltag ein hohes Maß an Freiheiten. Feste Arbeitszeiten gibt es nur insofern, dass als einige Mitarbeiter zu kundenkontaktfreundlichen Uhrzeiten anwesend sein müssen. Aber ansonsten sind private Angelegenheiten genauso üblich wie lange Mittagspausen. Die Chefs heben sich in der alltäglichen Arbeit nicht von den Kollegen ab. Auch sie entladen mal den Lkw oder fegen. Leistungskontrolle sei insofern kein Problem, da sich die Mitarbeiter gegenseitig so sehr im Blick haben, dass keiner der anderen hängen lasse. Besonders intensiv geht Pflüger auf dieses Thema allerdings nicht ein.

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  • Das große Problem der Gesellschaft:

    sind Leute,die eigentlich nicht arbeiten wollen,aber trotzdem abeiten und anderen den Arbeitsplatz versperren.Sie machen eine Arbeit,die ihnen nicht entspricht.
    in diesen Moment,in dem man ihnen eine Arbeit gibt,die ihnen entspricht,blühen sie auf.
    Das der Wunsch etwas zu tun,zu den großen menschlichen bedürfnissen gehört,wusten schon die alten Ägypter.
    in ihrer Darstellung der Hölle sind allen Menschen die Hände gebunden,so dass sie nichts mehr tun können.

    Nicht mehr tun zu können und tun zu dürfen ist das Schlimmste,was kommen kann.

    Aber etwas würde sich am Verhalten der Arbeitnehmer sicherlich doch ändern - und ich frage mich,ob es nich genau die Art von Veränderung wäre,die wir dringend brauchen.
    im Momment sind die meisten Produkte umso billiger,je ungesünder sie sind.billige Arbeitskräfte produzieren in möglichst billigen Herstellungsprozessen einen Haufen unnatürlicher Unfug,keiner meutert,weil mann sich und die Familie ernären muss.

    Mfg


  • Die mitte der 1970er und Anfang 1980er Jahre:

    einsetzenden Wirtschaftskrisen bei gleichzeitig auftretenden technologischen Veränderungen,die immer mehr zu einem Verdrängung mechanischer Arbeitsmaschinen und Arbeitsweisen durch das massive Vordringen der Mikroelektronik und der iuK-Technologien führten,leitete ein weiteres personalwirtschaftlisches Paradigma ein.Angeblich war nicht mehr eine standardisierte Massenproduktion,sondern eine mehr und mehr spezialisierte Qualitätsproduktion gefragt,die den zunehmend inviduelleren Kundenwünschen flexibel anzupassen war.

    Das System von Produkivitätssteigerunggen durch eine immer weiter vorangetriebenene Zerlegung und Technisierung von Arbeitsaufgaben im Sinne eines Taylorismus/Fordismus stieß an immanente Grenzen.

    Mfg


  • Unser gesellschaftlicher Diskurs:

    ist noch lange nicht soweit,daß er er sich dieser Erkenntnis auch nur annähern würde.

    Wer die Zeitungen aufschlägt und die Talkrunden belauscht, für den ist die alte Welt immer noch in Ordnung - jedenfalls im Kopfe.Da geht es um Arbeitsplatzsicherheit und um "Schaffung von neuen Arbeitsplätzen" usw.
    Dabei ist es ersichtlich "Arbeitsplätze" - physiche Räume,Positionen,auf denen man sein Leben - oder wenigstens einen großen Teil - verbringen konnte,gehörten zum industriellen Zeitalter,das hinter uns liegt.

    Damals war es für die Organisation von Produktionsprozessen sinnvoll,eine Person dauerhaft auf relativ gleichbleibende Tätigkeit zu fixieren,ihr einen Platz zu verschaffen und sie möglich lebenslang an ein Unternehmer binden.
    Damals - weil eine recht geringe Anzahl relativ norminieter Produkte einem relativ uniformierten "Markt" gegenübertrat.

    Mfg

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