Vom Immigranten zum Magnaten
Lev Leviev: Der Selfmade-Milliardär

Der israelische Selfmademan Lev Leviev hat es weit gebracht, vom Immigranten ohne Schulabschluss zu einem der 200 reichsten Männer der Welt. Sein persönliches Vermögen wurde vor kurzem noch auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt. Doch jetzt droht ihm sein Imperium aus den Händen zu gleiten.

JERUSALEM. Lev Leviev musste kürzlich verkünden, dass sein Unternehmen Africa-Israel Investments im vergangenen Quartal Verluste von umgerechnet 350 Millionen Dollar hinnehmen musste. Die Aktie fiel in den folgenden Tagen um fast 40 Prozent.

Africa-Israel ist im Diamantengeschäft, in der Chemieindustrie und seit einiger Zeit auch am Immobilienmarkt tätig. Es war der jüngste Werteinbruch der Immobilien in New York und Russland, der die Firma in Schwierigkeiten geraten ließ. Zwar wird die Firma ihre im kommenden Jahr fälligen Anleihen wohl noch zurückzahlen können, doch für die Zeit danach sieht es düster aus. Am kommenden Sonntag will Leviev sich deshalb mit seinen Gläubigern in Tel Aviv treffen.

Experten hoffen, dass sich der 53-Jährige dennoch unbeschadet aus der Affäre ziehen kann. Eine Lösung auch in verzwickten Situationen hat Leviev bislang immer gefunden. Zum Beispiel damals, als er während seiner Lehre zum Diamantschleifer den Meistern Bares bot, damit sie ihm jene Geheimnisse verrieten, die nicht für Lehrlingsohren bestimmt waren, die ihm aber halfen, später, seine eigene Schleiferei aufzumachen. Sie sollte der Grundstock für seinen Reichtum werden.

Angefangen hatte der Junge aus dem usbekischen Tashkent mit nichts. Als er fünfzehn war, wanderte seine Familie nach Israel aus. Wie so viele Immigranten lebte auch sie in ärmlichen Verhältnissen. Leviev besuchte eine religiöse Schule, verließ sie aber nach einigen Monaten ohne Abgangszeugnis, begann als 16-Jähriger die Lehre zum Diamantenschleifer und gründete nach dem Militärdienst seine eigene Firma mit der zu einem der ganz großen Spieler in der Diamantenszene wurde – und es bis zum Mitglied in DeBeers Diamantenkartell brachte.

Doch Leviev wollte mehr, wollte in Russland nach Diamanten suchen. Er kündigte die Partnerschaft bei De Beers und stieg in Russland vom Reichen zum Superreichen auf.

Heute betreibt er den gesamten Zyklus vom Rohmaterial bis zum fertig geschliffenen Diamanten unter eigener Regie. In seinen Minen in Russland und Angola werden Rohdiamanten geschürft, die dann in Israel und anderswo geschliffen werden, und die dann in seinen Geschäften wie zum Beispiel in jenem in der noblen Londoner Bond Street verkauft werden. Inzwischen ist Leviev größter Konkurrent von De Beers.

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