Von sechs Vorständen bleiben nur vier übrig
MLP-Chef räumt im Vertrieb auf

Der Vorstandschef des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP, Uwe Schroeder-Wildberg, setzt seine Strategie der Rückbesinnung auf das Kerngeschäft konsequent fort.

HB FRANKFURT. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der Vorstand der Vertriebstochter MLP Finanzdienstleistungen AG, die für die unabhängige Beratung vor Ort zuständig ist, von sechs auf vier Mitglieder verkleinert. Zudem wird sie stärker auf das regionale Beratungsgeschäft ausgerichtet. Zusammen mit dem Verkauf der beiden Versicherungstöchter vergangene Woche hat Schroeder-Wildberg damit die Weichen für die Rückbesinnung auf das Beratungsgeschäft gestellt.

Um das Kerngeschäft Beratung regional direkter zu führen, wird unterhalb des Vorstands eine neue Ebene von vier regionalen Bereichsvorständen eingezogen. Sie soll sich um den Kern des MLP-Geschäftsmodells, die unabhängige Beratung vor Ort, kümmern. Diese Ebene soll an den Vertriebsvorstand Eugen Bucher berichten.

Danach besteht die Geschäftsführung der Vertriebstochter künftig nur noch aus Schroeder-Wildberg (Vorsitz), Bucher (Vertrieb), Gerhard Frieg (Produktmanagement und -einkauf) sowie Ralf Schmid (Chief Operating Officer), der zusätzlich zur kaufmännischen Leitung die Aufgabenbereiche Qualitätsmanagement und IT übernimmt.

Die beiden bisher für die Finanzdienstleistungen zuständigen Vorstände Roman Hadjio und Muhyddin Suleiman werden auf den Rang von Bereichsvorständen heruntergestuft und die Vertriebsregionen Süd und West leiten. Für die Regionen Nord und Mitte-Ost rücken Felix Blomberg und Karl-Friedrich Bauer auf die Ebene der Bereichsvorstände auf. Alle vier berichten an Vertriebsvorstand Bucher. Den Informationen nach werden die Veränderungen heute bekannt gegeben. MLP wollte hierzu keine Stellung nehmen.

Der vierköpfige Holding-Vorstand des MLP-Konzerns bleibt von den Veränderungen unberührt. Ihm gehören neben Schroeder-Wildberg, Bucher und Frieg noch Finanzvorstand Nils Frowein an.

Mit den neuen Personalien schließt Schroeder-Wildberg den nach dem Verkauf der beiden Lebens- und Sachversicherungstöchter begonnenen Umbau ab. Kerngedanke ist es, sich wieder auf die ursprüngliche Stärke des MLP-Geschäftsmodells, die unabhängige Beratung vor Ort, rückzubesinnen. Mit diesem Ziel war Schroeder-Wildberg Anfang 2004 angetreten, als er vom Finanzvorstand zum Konzernchef aufstieg.

In der vergangenen Woche hatte er bekannt gegeben, dass er die MLP Lebensversicherung AG für 311 Millionen Euro an die Versicherungstochter der britischen Großbank HBOS, Clerical Medical, verkaufen werde. Die Sachversicherungs-Tochter, MLP Versicherung AG, geht für 14 Millionen Euro an die Gothaer Versicherung. Die beiden Verkäufe bringen nach Kalkulation von Finanzvorstand Frowein 160 bis 180 Millionen Euro.

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