Vor allem die Bereiche Derivate und Zertifikate boomen: Harter Kampf um die besten Anwälte

Vor allem die Bereiche Derivate und Zertifikate boomen
Harter Kampf um die besten Anwälte

Großkanzleien suchen verstärkt Anwälte mit Berufserfahrung. Auch Juristen ohne Partnerambitionen haben beste Chancen.

GARMISCH. Der "war for talents" unter den Top-50-Anwaltskanzleien in Deutschland geht in eine neue Runde: Nachdem im Jahr 2006 nahezu alle großen Wirtschaftskanzleien die Einstiegsgehälter der Berufsanfänger auf 100 000 Euro und mehr hochgeschraubt haben, halten die Kanzleien derzeit vermehrt nach Anwälten mit drei bis vier Jahren Berufserfahrung Ausschau. "Den Kanzleien fehlt häufig die Mittelschicht, weil sie die Personalentwicklung etwas haben schleifen lassen. Vor allem in den rezessiven Jahren 2002/2003 wurden weniger Junganwälte eingestellt", nennt Kathrin Schwarz, Headhunterin bei Smith & Jessen, Frankfurt, den Grund für diese Entwicklung.

Wegen des derzeit boomenden Beratergeschäfts bei M&A, Private Equity, im Bank- und Kapitalmarkt- sowie Immobilienrecht kämen die Kanzleien kaum noch hinterher, ihre Anwaltsteams aufzufüllen. "Viele Teams sind einfach nicht groß genug, und es fehlen berufserfahrene Senior Associates, die Projekte sehr selbstständig bearbeiten", so Schwarz. Gesucht würden zudem Anwälte mit steuerrechtlichem Hintergrund. "Steuergetriebene Themen sind immer ein Renner. Da gibt es nur wenige Experten, die über den Tellerrand hinausschauen können."

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Auch Compliance-Spezialisten und Experten im internationalen Transaktionsgeschäft stehen laut Schwarz bei den Kanzleien ganz oben auf der Liste. Zwar konzentrieren sich die Großkanzleien bei ihrer Personalsuche nach wie vor auf talentierte und ambitionierte Studenten und Referendare. "Aber dadurch, dass insgesamt eine größere Fluktuation im Personalmarkt vorherrscht, rücken auch Anwälte mit ersten Berufserfahrungen stärker in das Blickfeld", beschreibt Thomas Müller, Recruitment-Partner bei Hengeler Mueller, Frankfurt, die derzeitige Entwicklung. Allerdings straffen die Kanzleien die Personalstrukturen stärker als bisher auf das Core Business.

"Bereiche wie zum Beispiel Arbeitsrecht, IT und IP dürften kaum noch wachsen", ist Müller überzeugt. Dagegen boome derzeit der Bereich Derivate/Zertifikate. "Unsere Abteilung Kapitalmarktrecht entwickelt fortlaufend neue Produkte, darunter Währungs- und Zins-Hedge-Fonds", so Müller.

Ein weiterer Grund für den Mangel an Senior Associates in den Großkanzleien ist das während der letzten Jahre streng praktizierte "Up or out"-Prinzip: Wer es auf Fünfjahressicht nicht schafft, in den Partnerstatus aufgenommen zu werden, sucht nach Alternativen, statt in der Großsozietät zu bleiben. Die Senior Associates wechseln dann meist in kleinere Kanzleien mit konkreter Partneraussicht oder in die Rechtsabteilungen von Unternehmen.

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