Vor allem in Europa
Geschäft mit Firmenübernahmen geht zurück

Trotz des spektakulären Deals zwischen Vodafone und Verizon schrumpft das Übernahmevolumen. Bei den Investmentbanken bleibt Goldman Sachs an der Spitze – die Deutsche Bank rutscht in der Transaktions-Rangliste ab.
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FrankfurtIn diesem Jahr hat es weltweit so wenig Fusionen und Übernahmen gegeben wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Der Informationskonzern Thomson Reuters zählte 2013 knapp 35.000 Übernahmen im Volumen von 2,31 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro), wie aus seiner am Donnerstag veröffentlichten jährlichen Studie hervorgeht. Das sind 2,4 Prozent weniger als 2012 und der niedrigste Stand seit 2009.

Die Zahl der Fusionen und Übernahmen sank sogar auf den niedrigsten Stand seit 2005. Grund dafür ist vor allem die Zurückhaltung in Europa: Hier war das Volumen der Transaktionen zuletzt vor zehn Jahren so niedrig: Mit 529,4 Milliarden Euro lag es um 23 Prozent unter Vorjahr. In den USA wurden dagegen 14 Prozent mehr Firmen verheiratet als 2012.

Die mit Abstand schwerste Übernahme im zu Ende gehenden Jahr war der 130 Milliarden Dollar schwere Kauf der Anteile von Vodafone an dem US-Mobilfunk-Anbieter Verizon Wireless durch dessen Mutterkonzern Verizon. Dahinter folgen der Ketchup-Hersteller HJ Heinz, für den die Investoren Warren Buffett und 3G Capital 27,4 Milliarden Dollar zahlten, und der 25,5 Milliarden Dollar teure britische Pay-TV-Anbieter Virgin Media, der an den US-Konzern Liberty Global ging. Vor allem zum Jahresende lahmte das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen: Im vierten Quartal ging das Volumen im Vorjahresvergleich um fast ein Drittel zurück.

Im der vielbeachteten Weltrangliste der meistbeschäftigten Investmentbanken behauptete Goldman Sachs 2013 den ersten Platz. Die US-Banker mischten bei 386 Transaktionen im Wert von 617 Milliarden Dollar mit. Goldman lag sowohl in den USA als auch in Europa ganz vorn. Die ersten vier Plätze werden von US-Instituten besetzt: Die Nummer zwei, JP Morgan, tauschte den Platz mit der auf Rang drei zurückgefallenen Morgan Stanley, dahinter folgt Bank of America Merrill Lynch.

Die Deutsche Bank rutschte mit 185 Übernahmen im Wert von 248 Milliarden Dollar vom sechsten auf den achten Platz ab, wobei sie vor allem auf dem europäischen Heimatmarkt Boden verlor und von Rang drei auf zehn zurückfiel.

An den Finanzinvestoren lag es nicht, dass die Fusionen und Übernahmen 2013 zurückgingen. Sie kauften Unternehmen für 358 Milliarden Dollar, fast ein Viertel mehr als 2012. Dabei haben sie nach Daten des Informationsanbieters Preqin noch immer 1,07 Billionen Dollar Eigenkapital auf der hohen Kante, das sie von Investoren wie Pensionsfonds oder Versicherern bekommen haben. Das ist etwa so viel wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 und 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei konzentrieren sich die Private-Equity-Gesellschaften nicht mehr so stark auf Firmenübernahmen: Dafür stehen laut Preqin noch 397 Milliarden Dollar zur Verfügung, vor fünf Jahren waren es noch fast 100 Milliarden mehr gewesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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