Vor kurzem hatte er noch mit dem „Wunder von Lengede" riesigen Erfolg
Auch Hoffmann muss bei Pro Sieben Sat1 den Hut nehmen

Noch vor wenigen Tagen sah man Martin Hoffmann nach der Bambi-Verleihung in Hamburg bis in die Morgenstunden mit Kollegen und Schauspielern auf der Party stehen und hörte ihn Zukunftspläne schmieden. Von einer Trennung von Sat1 war in diesen Gesprächen nie die Rede. Seine Entlassung muss den 44-Jährigen am Donnerstag getroffen haben wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Zumindest der Zeitpunkt war für die TV-Branche überraschend.

HB HAMBURG. Denn vor wenigen Monaten sah es bereits deutlich nach einer Ablösung Hoffmanns durch den Schweizer Roger Schawinski aus. Sat1 hatte im Frühjahr und Sommer eine Schwächeperiode zu verzeichnen, und Hoffmann stand intern in der Kritik. Damals schien der Abgang nur eine Frage der Zeit zu sein.

Doch der Sat1-Geschäftsführer, der vor drei Jahren Nachfolger von Fred Kogel wurde, schaffte im Herbst die Wende. Er steigerte die Marktanteile seines Senders, weil es ihm gelang, nach der Festigung des Tagesprogramms mit Gerichtsshows und Psychotalks auch den traditionell schwächelnden Vorabend mit Detektiv- und Kriminalformaten zu stärken. „Lenßen & Partner“, „K 11“ und „Niedrig und Kuhnt“ nannte er seine neuen Erfindungen.

Und nicht nur das: Dank des von RTL abgeworbenen Unterhaltungschefs Matthias Alberti schaffte es Hoffmann, auch konkurrenzfähige Shows am Abend anzubieten. Das Castingformat „Star Search“, die Ostalgie-Show „Meyer und Schulz“ sowie die „Lego Show“ mit Kai Pflaume sind dafür Beispiele. Mit neuen Serien wie „Mit Herz und Handschellen“ und „Körner und Köter“ hatte er jedoch nur begrenzt Erfolg.

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