Vorsätzliche Schädigung
Ex-Chef von Comroad muss zahlen

Im Betrugsfall Comroad hat das Landgericht München den früheren Chef des Telematik-Anbieters, Bodo Schnabel, zur Zahlung von insgesamt etwa 125 000 Euro Schadenersatz an neun Anleger verurteilt. Das Gericht sei von einer "vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung durch den Beklagten" ausgegangen, sagte ein Sprecher in München.

dpa MÜNCHEN. In mehreren weiteren Verfahren hoffen andere Anleger ebenfalls auf Entschädigung. Das Urteil vom Dienstag ist noch nicht rechtskräftig, Schnabel kann noch Berufung einlegen (Az: 20 O 23958/04). Comroad hatte in den Jahren 1999 bis 2001 beinahe seinen gesamten Jahresumsatz vorgetäuscht. Dies war der größte Skandal in der Geschichte des Börsensegments Neuer Markt. Schnabel war zu einer Gefängnisstrafe wegen Kursbetrugs, Betrugs und Insiderhandels verurteilt worden. Bemerkenswert an der jüngsten Entscheidung ist nach Einschätzung von Klägeranwalt Klaus Rotter, dass die Kläger nicht nachweisen mussten, dass sie ihre Aktien gerade auf Grund einer Mitteilung mit falschen Zahlen gekauft hatten. Dies hatte in vergleichbaren Fällen die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen erschwert. Auf Grund der "flächendeckenden Fehlinformation" im Fall Comroad habe das Gericht auf die entsprechende Beweisaufnahme verzichtet.

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