Vorsorge
Was Firmen gegen Entführungen tun können

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 14 000 Menschen Opfer von Entführungen, darunter zahlreiche Geschäftsleute. Doch die Unternehmen unterschätzen das Entführungsrisiko für ihre Mitarbeiter im Ausland. Dabei können sie einiges im Vorfeld tun.

DÜSSELDORF. Während einer Autofahrt in Guatemala staunte Walfried Sauer, Chef der Sicherheitsberatung Result Group in Grünwald bei München, nicht schlecht. „Neben mir fuhr ein Fahrzeug mit Deutschland-Aufkleber, und der Fahrer ließ den Arm mit der Rolex aus dem offenen Fenster hängen“, erzählt er. Dass Manager sich derart plump freiwillig als wohlhabende Ausländer zu erkennen geben, widerspricht allen Vorsichtsregeln, die Sicherheitsexperten ihren Klienten vor einem Einsatz in unsicheren Ländern einimpfen.

Dass sich der Geschäftsmann in Guatemala derart gedankenlos bewegt, ist ein Indiz für einen Besorgnis erregenden Trend. Nach wie vor unterschätzen viele Unternehmen die Gefahren für ihre Mitarbeiter, wenn diese im Ausland arbeiten. Tatsache ist jedoch, das im vergangenen Jahr nach Erhebungen der Result Group weltweit 14 000 Menschen Opfer von Entführungen wurden. Oftmals aus rein finanziellen Motiven, um Lösegeld zu erpressen.

Als besonders lukrative Beute betrachten kriminelle Banden die Mitarbeiter internationaler Unternehmen. Denn bei diesen ist davon auszugehen, dass genug Barmittel für das Lösegeld vorhanden sind. Gefährdet sind Geschäftsleute und deren Familienangehörige besonders dann, wenn sie kein spezielles Anti-Kidnapping-Training absolviert haben. Solche würden zunehmend entführt, hat die Result Group in ihrem jüngsten Entführungsreport festgestellt.

Wie können sich Expats vor Entführungen schützen? In den Schulungen lernen sie zum Beispiel, dass es klug ist, sich im Gastland als Ausländer möglichst unauffällig zu verhalten, Reichtum nicht offen zur Schau zu stellen oder Firmenschilder und Landesaufkleber nicht an der Kleidung oder am Fahrzeug anzubringen. Doch auch ohne solche offensichtlichen Signale, die auf Entführer geradezu einladend wirken, befinden sich westliche Expats oft in deren Visier: Einer Warnung des Auswärtigen Amts zufolge gerieten 2004 Unternehmen wie die Deutsche Messe, Boehringer Ingelheim und Lufthansa ins Blickfeld der kolumbianischen Guerilla-Organisation ELN. Diese suchte nach Wegen, um ihre Geldnot zu lindern.

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