Vorstand wird im November ernannt
Commerzbank-Chef soll angeblich neuer Bankenpräsident werden

Die Nachfolge Rolf Breuers an der Spitze des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) soll so gut wie feststehen.

HB FRANKFURT. Wie die Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, wird voraussichtlich der Vorstandssprecher der Commerzbank AG, Klaus-Peter Müller im nächsten Frühjahr den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank in seiner Rolle als BdB-Präsident ablösen. Bislang galt neben Müller auch Detlef Bierbaum vom Bankhaus Sal. Oppenheim als Kandidat für das prestigeträchtige Spitzenamt.

Traditionell stellen die kleineren Häuser im Verband im Wechsel mit den Großbanken den Präsidenten. Frankfurter Finanzkreisen zufolge sollen sich aber Breuer, Bierbaum und Müller darauf verständigt haben, mit dieser Regel zu brechen. Das werde auch vom BdB-Vorstand getragen. Der Bankenverband in Berlin wollte die Informationen nicht kommentieren. Der Vorstand ernenne im November den neuen Präsidenten.

Als Grund für den Traditionsbruch wird vor allem der radikale Wandel in der globalen Bankenbranche angesehen. "In der jetzigen Situation ist es wichtig, dass der oberste Vertreter der deutschen Privatbanken auf dem internationalen Parkett ein- und ausgeht", meinte ein Verbandsmitglied. Es gelte in den kommenden Jahren grundlegende Fragen wie die europäische Konsolidierung und weitreichende Änderungen im Aufsichts- und Bilanzierungsrecht zu begleiten.

Ein anderer Kandidat als Müller stehe im Großbanken-Lager nicht bereit. Da die Deutsche Bank in den vergangenen drei Jahren mit Breuer den Präsidenten gestellt habe, so ein Branchenvertreter, könne nun nicht der Vorstandssprecher Josef Ackermann nachfolgen. Zudem sei es schwer vermittelbar, wenn ein Schweizer diesen wichtigen Posten antrete. Dieter Rampl, der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, sei intern zu stark gefordert.

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