Vorstandschef der Deutschen Bank winkt neuer Vertrag
Ackermann soll bleiben

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, kann offenbar trotz der Neuauflage des Mannesmann-Verfahrens mit einer Verlängerung seiner Amtszeit an der Spitze der Bank rechnen.

HB FRANKFURT. In Finanzkreisen gilt es als wahrscheinlich, dass der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 1. Februar – einen Tag vor Veröffentlichung der Jahresbilanz – eine entsprechende Entscheidung herbeiführen wird. Allerdings werde der neue Vertrag nicht mehr fünf Jahre, sondern nur zwei bis drei Jahre laufen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. Die Bank selbst äußerte sich nicht. Ackermanns derzeitiger Vertrag läuft in diesem Jahr aus.

Der Schweizer Banker geriet kurz vor Weihnachten zunächst wegen der Schließung des Immobilienfonds Grundsbesitz-Invest in die Kritik. Am 21. Dezember kassierte der Bundesgerichtshof (BGH) zudem die Freisprüche im Mannesmann-Verfahren und ordnete eine Neuauflage des Verfahrens an. Daraufhin forderten diverse Politiker Ackermanns Rücktritt. Zusätzliches Öl schüttete Aufsichtsratschef Rolf Breuer ins Feuer, der in einem Interview über eventuelle Nachfolger spekulierte. Nach dem BGH-Urteil sprach der Aufsichtsrat Ackermann dann aber ausdrücklich sein Vertrauen aus.

Auch der Bankchef selbst ließ erkennen, dass er weitermachen will. Allerdings kann er nicht auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße hoffen. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft dementierte gestern einen Bericht der „Rheinischen Post“. Anders als von der Zeitung berichtet, gebe es keine Erwägungen, das Verfahren gegen Geldbuße einzustellen, hieß es bei der Justizbehörde. Zudem lägen die Gerichtsakten noch beim BGH in Karlsruhe.

Sollte Ackermann letztlich verurteilt werden, wäre er an der Spitze der Bank kaum noch zu halten. Diese Möglichkeit stünde einer Vertragsverlängerung aber nicht im Wege, heißt es in Finanzkreisen. Unsicherheiten aus dem Mannesmann-Verfahren ließen sich durch entsprechende Vertragsklauseln in den Griff kriegen. So wäre es möglich, vorab zu vereinbaren, wie viel Geld Ackermann erhalte, falls er nach einer Verurteilung die Bank verlassen müsse.

Die Rückendeckung durch den Aufsichtsrat dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich in der Bank kein klarer Nachfolger aufdrängt. Zudem hat Ackermann trotz der jüngsten Probleme beachtliche Erfolge vorzuweisen. Die Deutsche Bank dürfte für 2005 vermutlich eine Vorsteuerrendite von 25 Prozent erreichen. Damit würde Ackermann das selbst gesteckte Ziel erreichen und die heimische Konkurrenz um Längen hinter sich lassen. pot/Reuters

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