Vorstandswechsel: Überraschung: Post-Vorstand Allan geht von Bord

Vorstandswechsel
Überraschung: Post-Vorstand Allan geht von Bord

Die Deutsche Post verliert einen ihrer wichtigsten Manager. Finanzvorstand John Allan wird aus dem Unternehmen Mitte 2009 ausscheiden. Sein Nachfolger? Noch unbekannt. An der Börse schlug diese Nachricht ein.

HB BONN. Das neue Jahr hat kaum begonnen, schon verlässt ein wichtiges Mitglied die Führungsriege der Deutschen Post. Die Post verliert ihren Finanzvorstand John Allan. Er verlasse das Unternehmen zur Mitte dieses Jahres auf eigenen Wunsch und trete aus dem aktiven Berufsleben aus, teilte die Post am Freitagmorgen in Bonn mit. Seine Nachfolge sei noch offen. Der Aufsichtsrat wolle sich damit zu „gegebener Zeit“ befassen.

Allan, seit 2006 im Vorstand und seit 2007 Finanzchef, habe eine maßgebliche Rolle bei Verkauf eines Anteils an der Deutschen Postbank und dem Ausstieg aus dem defizitären Inlandsgeschäft im Bereich DHL Express USA gespielt.

Er stand vor seiner Tätigkeit bei der Post an der Spitze des britischen Kontraktlogistikers Exel - bis dieser von der Post im Jahr 2005 übernommen wurde. Für Allan kein Schaden, ein Jahr nach der Übernahme trat er in den Vorstand der Post ein. Zuerst kümmerte er sich von London aus um Logistik, unter anderem integrierte er das bisherige Logistikgeschäft der Bonner in das sehr viel größere Exel-Geschäft. Seit 2007 war er dann um Finanzen und "Global Services". Interessant: Sein Nachfolger in London wurde der heutige Post-Chef Frank Appel.

Zwar wurde Allans Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen und läuft regulär zur Jahresmitte aus. Der Weggang Allans überraschte allerdings viele. Schließlich wurde 2007 die neue Kapitalmarktstrategie von ihm entworfen und verkörpert. Damit vollendete er den Kulturwechsel von seinem Vorgänger Edgar Ernst, der bei Analysten in den letzten Jahren weniger gut angesehen war. Allan, mehr als seine beiden Vorstandschefs Klaus Zumwinkel und Frank Appel, ist bislang das Gesicht der Post für den angelsächsisch geprägten Finanzmarkt. Bis Ende Juni 2009 werde der 60-jährige Allan seine Aufgaben in „vollem Umfang wahrnehmen und danach Appel weiter als Senior Advisor zur Verfügung stehen“, so die Post.

An den Börsen schlägt die Nachricht von Allens Abgang ein. Aktien der Deutschen Post stehen auf der Verliererseite mit einem Abschlag von 1,6 Prozent. Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher wertet den Abgang Allans als negatives Zeichen. Allan sei für die Restrukturierung der Post und die Prognosen verantwortlich gewesen. Offensichtlich gebe es noch keinen Nachfolger, was zeige, dass auch die Post überrascht wurde. Möglicherweise könnte dies auch ein Indiz dafür sein, dass die Ziele nicht erreicht werden. Rothenbacher rechnet ohnehin mit einem bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 2,25 Mrd. Euro, was unterhalb des Post-Ziels von 2,40 Mrd. liege. Er hat seine Anlageempfehlung nun abgesenkt.

Allan zeigte sich zuletzt für die Zukunft skeptisch: Das gesamtwirtschaftliche Umfeld werde auch weiterhin schwierig bleiben, sagte er im Herbst. Ein langsameres Wachstum und eine mögliche Rezession in einigen Industriestaaten würden die Geschäftsaussichten für 2009 voraussichtlich massiv beeinflussen.

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