Vorwurf der Absprache bei IPOs
Juristischer Erfolg für US-Investmentbanken

Banken in den USA können für ihre Praktiken bei Börsengängen nicht nach Kartellrecht belangt werden. Das Oberste Gericht in Washington stoppte am Montag endgültig eine Klage von Anlegern, die Ende der 90er Jahre Aktien von Internet- und Technologiefirmen gezeichnet hatten und sich von den Konsortialbanken übervorteilt sahen.

HB WASHINGTON. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag das Urteil einer Vorinstanz auf, das es Investoren ermöglicht hätte, wegen wettbewerbswidriger Praktiken Klage einzureichen. Dies hätte für die Banken weit reichende finanzielle Folgen haben können. Ihnen wird vorgeworfen, bei 900 Börsengängen einige Kunden bevorzugt und mit ihnen Absprachen getroffen zu haben, die für große Kurssprünge am ersten Handelstag sorgten.

Ein Berufungsgericht in New York hatte die Klage zuvor zugelassen. Die großen Investmentbanken hätten von den Käufern der Papiere einheitlich Gebühren verlangt und die Kurse der Aktien nach den Börsengängen künstlich aufgebläht, monierten die Kläger.

Der Supreme Court befand jedoch, für die Kontrolle solcher Praktiken sei allein die Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) zuständig. Kartellverfahren zuzulassen würde dem Kapitalmarkt ernsten Schaden zufügen, warnte Richter Stephen Breyer. Die SEC sei durchaus fähig zu unterscheiden, was richtig und was verboten sei. Anleger müssten bei Verfahren und Schadenersatzforderungen das Wertpapierrecht bemühen. Von den acht Richtern stimmte nur einer gegen das Mehrheitsvotum.

Investmentbanken wie Credit Suisse CS, J.P. Morgan Chase, Merrill Lynch und Morgan Stanley können den Beschluss als großen Erfolg feiern. "Credit Suisse ist zufrieden mit der Entscheidung", sagte eine Sprecherin des Schweizer Bankhauses. Anwalt John Mitnick, der in dem Verfahren die Deutsche Bank vertritt, sagte, das Urteil schaffe Rechtssicherheit auf einem Gebiet, auf dem Kartellverfahren die Fähigkeit der Märkte zur Aufnahme von Kapital bedrohten. "Es stellt klar, dass zumindest bei Börsengängen die Kartellgesetze hinter den Regeln der SEC zurückstehen", sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%