Vorwurf der Insolvenzverschleppung
Kölmel will kurzen Prozess

Am Münchener Landgericht hat heute der Prozess gegen Kinowelt-Gründer Michael Kölmel begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug und Untreue vor.

HB MÜNCHEN. "Ich will die Beschuldigungen schnell entkräften", sagte Kölmel vor Beginn des Prozesses am Mittwoch in München. Er habe sich von Anfang an um ein schnelles Verfahren bemüht, damit die Spekulationen endlich aufhörten. Er wolle sich gerade wegen seiner in Leipzig wieder aufgebauten Kinowelt International AG des Makels der Vorwürfe schnell entledigen. Das Gericht hat für das Verfahren bislang mehr als 20 Termine bis Ende Juli angesetzt. Mit Kölmel steht erneut einer der einstigen Stars des Neuen Marktes vor Gericht, nachdem im vergangenen Jahr beispielsweise die früheren EM.TV-Vorstände Thomas und Florian Haffa zu Geldstrafen verurteilt worden waren.

Die Staatsanwaltschaft wirft Kölmel vor, Gelder des inzwischen insolventen Filmrechtevermarkters Kinowelt von rund 20 Millionen Euro an das ebenfalls von ihm und seinem Bruder kontrollierte Unternehmen Sportwelt Beteiligungs GmbH verschoben und damit veruntreut zu haben. Gleichzeitig habe Kölmel die Insolvenz der Sportwelt vorsätzlich verschleppt. Weitere Anklagepunkte sind Betrug, Verletzung der Buchführungspflicht sowie Bankrott, sagte Staatsanwaltschaft Markus Kammann.

Die Kinowelt gehörte einst zu den Stars am Neuen Markt, war 2001 aber wegen hoher Bankschulden zusammengebrochen. Die Insolvenz war vor allem durch überteuerte Filmkäufe ausgelöst worden, die Kinowelt nicht angemessen absetzen konnte. Anfang 2003 kauften Kölmel und sein Bruder das Kerngeschäft der insolventen Kinowelt für rund 32 Millionen Euro wieder zurück und verlegten den Sitz des Unternehmens nach Leipzig.

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