Vorwurf der Steuerhinterziehung: Bayern-Aufsichtsrat grübelt über Hoeneß' Zukunft

Vorwurf der Steuerhinterziehung
Bayern-Aufsichtsrat grübelt über Hoeneß' Zukunft

Unter den Aufsichtsratsmitgliedern des FC Bayern München wird diskutiert, dem Vorsitzenden Uli Hoeneß zu empfehlen, seine Ämter vorübergehend ruhen zu lassen. Im Falle einer Anklage sei der Manager keinesfalls zu halten.
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DüsseldorfDer Verbleib von Uli Hoeneß an der Spitze des FC Bayern wird unwahrscheinlicher. Während führende Manager des Klubs, darunter Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, öffentlich noch zu ihm halten, regt sich im Aufsichtsrat Widerstand. Wie das Handelsblatt aus dem Umfeld des Aufsichtsrats erfuhr, wollen wichtige Vertreter des Gremiums aus Wirtschaftskonzernen dem 61-Jährigen bei der nächsten Aufsichtsratssitzung der FC Bayern München AG nahelegen, seine Ämter bis zur Klärung der Vorwürfe wegen Steuerhinterziehung ruhen zu lassen.

„Das wäre doch eine elegante Lösung“, heißt es in den Kreisen. Der Vertraute eines weiteren Kontrolleurs sagt: „Ich habe von dem Plan gehört.“ Komme es zur Anklage, sei Hoeneß ohnehin nicht zu halten.

Eine abschließende Meinungsbildung gibt es offenbar noch nicht. Neben Rummenigge sprachen sich auch andere Funktionäre für einen Verbleib von Hoeneß aus. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident. Im Aufsichtsrat sitzen hauptsächlich Vertreter wichtiger Sponsoren und Anteilseigner wie Adidas-Chef Herbert Hainer, der künftige Telekom-Chef Timotheus Höttges, VW-Boss Martin Winterkorn und Audi-Chef Rupert Stadler. Die Autobosse wollten auf der VW-Hauptversammlung am gestrigen Donnerstag keinerlei Kommentar zu Hoeneß abgeben.

Der Widerstand gegen Hoeneß aus Kreisen der Konzerne verwundert nicht. Die Manager sind strenge Compliance-Richtlinien gewohnt und müssen ihren Anteilseignern Rechenschaft ablegen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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  • Die Herren Winterkorn und Stadler sollten sich mal an die eigene Nase fassen und ihre Compliance Richtlinen in China überprüfen. Dort sollten die Medien mal recherchieren was sich die Audi Mitarbeiter in Foshan so alles leisten. Viele Grüße

  • Wer "Dreck am Stecken" hat, sollte zur Rechenschaft gezogen werden - ohne "Wenn und Aber"! Mit welcher Arroganz Herr Hoeneß auf eine Amnestie (vergeblich) gewartet hat! Politiker, die mit gestohlenen Daten, sollten abgewählt werden! Wähler, lasst Euch nicht veräppeln! Die SPD und die Grünen sind leider auch keine Alternative!

  • Die zweite Chance hat dieser Verbrecher nicht verdient - wohl unter seinen dummen Fans - dumm deshalb, weil Hoeness selbst diese Glaubensgemeinschaft für dumm hielt. Seine verteilten Almosen, um die H. so hoch gelobt wird, stammen aus unversteuerten Finanzquellen. Dieser geachtete Mann hat alle seine Kollegen, Freunde an den Nasen herumgeführt, mit Ausnahmen der Freunde, die ihn bis jetzt noch in hohen Tönen unterwürfig loben z.B. Beckenbauer, Jörges vom STERN, also jene, die von ihm proftierten. Von der Politik ist nicht viel zu erwarten. Dort wird H. gedeckt.Die Staatsanwälte muessen kurzen Prozess mit Höhness machen.

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