Vorwurf gegen Immendorff-Vertrauten
Aldi-Familie bringt Kunsthändler in den Knast

Der Kunsthändler Helge Achenbach sitzt in Untersuchungshaft. Er soll bei dem Verkauf von Kunstwerken und Oldtimern „verdeckte Preisaufschläge“ vorgenommen haben. Brisant: Die Anzeige stammt von der Familie Albrecht.
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DüsseldorfEr ist einer der ganz Großen der Kunstbranche: Helge Achenbach war Trauzeuge von Jörg Immendorff, arbeitet mit Weltstars wie Gerhard Richter zusammen und vertreibt Kunst an etliche Wirtschaftsgrößen. Doch nun wurde dem Düsseldorfer Kunsthändler ein Geschäft zum Verhängnis. Seit Pfingsten sitzt er in Untersuchungshaft. Das bestätigte sein Unternehmen, die Kunstberatung Achenbach Art Consulting, am Mittwoch gegenüber Handelsblatt Online. Dem Kunsthändler wird Betrug vorgeworfen. Brisant: Die Anzeige stammt offenbar von einem Mitglied der Familie Albrecht, den Eigentümern des Discounters Aldi.

Achenbachs Ehefrau Dorothee gab gemeinsam mit den Rechtsanwälten ihres Mannes eine Erklärung heraus. Demnach zeigte Babette Albrecht, die Witwe von Aldi-Erbe Berthold Albrecht, den 62-Jährigen an. Die Staatsanwaltschaft Essen ließ daraufhin sein Hab und Gut durchsuchen und nahm Achenbach in Untersuchungshaft. Laut Medienberichten sitzt er bereits seit Pfingsten in der JVA Düsseldorf.

„Es besteht der Verdacht, dass er sich nicht an die vereinbarten Konditionen gehalten und die Kunstobjekte zu weit überhöhten Preisen an den Geldanleger weitergegeben hat“, sagte die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk der „Bild“. Dabei geht es um den Verkauf von Kunstwerken und Oldtimern an Berthold Albrecht. Gegenüber Handelsblatt Online sagte die Staatsanwältin, Achenbach habe Objekte „unter Vorspiegelung von höheren Einkaufspreisen“ weitergegeben. In der Stellungnahme von Achenbachs Ehefrau heißt es dazu, er solle „verdeckte Preisaufschläge“ vorgenommen haben.

Achenbach weist die Vorwürfe zurück. Die Behauptungen von Babette Albrecht „beruhen offenbar auf rein persönlichen Motiven“, heißt es in der Erklärung von Dorothee Achenbach. Achenbach und Berthold Albrecht hätte bis zum Tod des Aldi-Erben eine „engere freundschaftliche Beziehung“ verbunden. Alle Kunstobjekte und Oldtimer hätten außerdem schon zu dessen Lebzeiten „erhebliche Wertsteigerungen“ verzeichnet.

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