Wachablösung
GSK vor dem Generationswechsel

Andrew Witty, Europa-Chef des Arzneimittelherstellers GSK, steigt im nächsten Jahr an die Konzernspitze auf. Auf den Neuen wartet eine schwierige Aufgabe: Das magere Wachstum beunruhigt die Investoren.

FRANKFURT. Glaxo-Smithkline (GSK), der führende Arzneimittelhersteller in Europa, steht vor einem Generationenwechsel an der Konzernspitze: Als Nachfolger von Chief Executive Officer (CEO) Jean-Pierre Garnier soll Ende Mai 2008 der 43-jährige Andrew Witty die Konzernführung übernehmen. Witty ist bisher Europa-Chef von GSK und hat sich im Bewerberverfahren gegen den Chef der US-Sparte von Glaxo, Chris Viehbacher (48), und gegen den Leiter der Pharmasparte, David Stout (54), durchgesetzt.

Rund ein Jahr lang ließ sich der GSK-Aufsichtsrat Zeit, einen Nachfolger für den 60-jährigen Konzernchef Garnier auszuwählen, der ursprünglich bereits im Oktober in Ruhestand gehen sollte. Witty dürfte sich unter anderem dank einer guten Performance auf den besonders schwierigen europäischen Märkten für die Spitzenposition bei GSK qualifiziert haben. Glaxo-Smithkline konnte hier im vergangenen Jahr trotz mehrerer Patentabläufe und verschärften Preisdrucks den Umsatz leicht steigern.

Witty studierte Ökonomie in Nottingham, begann 1985 bei Glaxo und arbeitete sich über diverse Außendienstpositionen in Afrika und Asien nach oben, bevor er 2003 das Europa-Geschäft des Konzerns übernahm. Intern gilt er als Manager, der bereit ist, eingefahrene Bahnen zu verlassen und neue Ansätze im Vertrieb sowie im Gespräch mit Gesundheitsbehörden und Kostenträgern zu verfolgen. Im vergangenen Jahr vereinbarte er mit mehreren Regierungen neue Preismodelle für bestimmte Medikamente, die Preiserhöhungen vom längerfristigen klinischen Erfolg in der Praxis abhängig machten.

Bei GSK steht er nun vor der Herausforderung, das magere Wachstum wieder zu beschleunigen. GSK ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt 43 Mrd. Dollar Umsatz die Nummer zwei der Branche nach dem US-Konzern Pfizer. Die Umsätze legten zuletzt nur noch um drei Prozent zu, nachdem wichtige Patente ausgelaufen waren und das umsatzstarke Diabetesmittel Avandia wegen möglicher Nebenwirkungen unter Beschuss geraten war.

Angesichts der unterdurchschnittlichen Performance der GSK-Aktie forderten Investoren bereits eine Abspaltung oder den Verkauf der Sparte Konsumprodukte und freiverkäufliche Medikamente. Womöglich muss Witty schon bald auch wichtige Personalentscheidungen treffen. Denn die unterlegenen CEO-Bewerber Viehbacher und Stout könnten sich anderweitig umsehen.

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