Während das Gericht das Verfahren straffen will, wird in Prozesskreisen über eine Erweiterung der Klage spekuliert
Staatsanwälte wollen neu angreifen

Die Staatsanwaltschaft gibt im Mannesmann-Verfahren noch nicht auf. In Prozesskreisen wird darüber spekuliert, die Ermittler könnten die Anklage erweitern. Dabei handelt es sich um Prämien in Höhe von 13 Millionen Mark für zehn Mannesmann-Manager der zweiten Führungsebene.

DÜSSELDORF. Die Staatsanwaltschaft hatte diese Prämien zunächst vom Verfahren abgetrennt. Der Prozess könnte sich damit noch länger hinziehen, als von den Angeklagten erhofft. Ein Sprecher der Behörde wollte sich dazu allerdings nicht äußern.

Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer hatte am Mittwoch nach einem Rechtsgespräch gesagt, sie sehe zum gegenwärtigen Stand der Beweisaufnahme zwar Verstöße gegen das Aktienrecht - aber keine strafbaren Handlungen. Damit können die Angeklagten mit Freisprüchen rechnen. Die Staatsanwaltschaft war von der Entwicklung überrascht worden.

Der Sprecher der Düsseldorfer Behörde bekräftigte gestern, die Ermittler würden neue Beweisanträge stellen, "wahrscheinlich schon am kommenden Donnerstag". Zum Inhalt der Anträge wollte er nichts sagen.

Sollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich beantragen, die vor dem Prozess gemäß Paragraph 154a der Strafprozessordnung abgetrennten Prämien in die Klage aufzunehmen, könnte das Gericht das nicht ablehnen. Das Mannesmann-Aufsichtsratspräsidium hatte nach der Übernahme durch Vodafone zwei Prämientöpfe bewilligt: zehn Millionen Pfund für den damaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und weitere zehn Millionen Pfund für Aufsichtsratschef Joachim Funk, vier Vorstandsmitglieder und eine Gruppe weiterer Topmanager. Diese wurden von Esser und Funk ausgewählt.

Neben Esser und Funk sind angeklagt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Ex-IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der frühere Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Jürgen Ladberg und der damals leitende Angestellte Dietmar Droste. Sie sind wegen Untreue im besonders schweren Fall angeklagt. Es geht bislang um 111 Millionen Mark an Prämien und Pensionen, die das Präsidium Mannesmann-Vorständen gewährte.

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