Management
Wal-Mart ernennt neuen Deutschland-Chef

Der weltgrößte Handelskonzern Wal-Mart will den Umbau seines verlustreichen Deutschland-Geschäftes nach einem Managerwechsel beschleunigen. Überraschend gab der US-Konzern bekannt, dass Deutschland-Chef Kay Hafner (48) sein Amt nach vier Jahren niederlegt habe.

dpa BENTONVILLE. Der weltgrößte Handelskonzern Wal-Mart will den Umbau seines verlustreichen Deutschland-Geschäftes nach einem Managerwechsel beschleunigen. Überraschend gab der US-Konzern bekannt, dass Deutschland-Chef Kay Hafner (48) sein Amt nach vier Jahren niederlegt habe.

Nachfolger wird der Brite David Wild (50), der bisher bereits den Einkauf von Mal-Mart Germany verantwortete. Wal-Mart betrat den deutschen Einzelhandel Ende 1997. Die deutsche Tochter, die 88 Filialen betreibt und 12 000 Mitarbeiter beschäftigt, schrieb in den vergangenen sieben Jahren rote Zahlen.

„Wir haben uns in Deutschland konstant verbessert und sind entschlossen, diese Leistungssteigerung fortzuführen und zu beschleunigen“, erklärte der Auslandschef des Konzerns, John Menzer. Hafner habe geholfen, im vergangenen Jahr einen wichtigen Meilenstein in Deutschland zu erreichen, einen positiven operativen Mittelzufluss (Cashflow). Damit könne Wal-Mart Germany einen Teil der Investitionen aus eigener Kraft vornehmen, hatte Hafner im Februar 2005 erklärt. Die deutsche Tochter habe ihre Verluste deutlich reduziert. Ob für das laufende Jahr schwarze Zahlen geplant sind, ließ er damals offen.

Laut Konzernzentrale sind viele der 88 Filialen von Wal-Mart in Deutschland umgestaltet und modernisiert worden. „Wal-Mart werde weiterhin bedeutende Investitionen in Deutschland tätigen“, hieß es in der Mitteilung. So werde in Bingen für 25 Mill. Euro ein neues Frische- und Tiefkühlverteilzentrum gebaut, um die Logistik weiter zu optimieren. Der neue Deutschland-Chef Wild solle für eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung sorgen. Wild ist der fünfte Manager, der das Deutschland-Geschäft seit dem Markteintritt führt.

Ende 1997 übernahm Wal-Mart 21 Wertkauf-SB-Warenhäusern. Ein Jahr später kamen 74 Interspar-SB-Warenhäuser hinzu. Durch das Ausläufen von Mietverträgen nahm die Zahl wieder ab. Den Umsatz von Wal-Mart Germany schätzten die Branchenkenner von Tradedimensions auf gut 2,8 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Mit dieser unbestätigten Zahl gehörte Wal-Mart Germany nicht zu den zehn größten Handelsunternehmen in Deutschland. Wiederkehrende Spekulationen über einen Rückzug von Wal-Mart aus Deutschland erteilte die Tochter im Februar 2005 mit Wachstumsplänen eine Absage. Es würden neue Filialstandorte geprüft.

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