Warum Konzernchef André Dosé wirklich geht: Eine Chronologie des Versagens: Der zweite Absturz der Swiss

Warum Konzernchef André Dosé wirklich geht: Eine Chronologie des Versagens
Der zweite Absturz der Swiss

Warum Konzernchef André Dosé wirklich geht: Eine Chronologie des Versagens.

ZÜRICH. Sepp Moser ist klein von Statur, und kaum einer in der Schweiz wünscht sich, dass dieser Nestbeschmutzer je wieder große Schlagzeilen macht. Dabei verdichten sich die Anzeichen, dass der eidgenössische Luftfahrtexperte mit seiner Kritik am heimischen Airline-Management erneut Recht behalten könnte. Einst hat Buchautor Moser frühzeitig den Bankrott der Edel-Fluglinie Swissair vorausgesagt. Jetzt urteilt er über die mit öffentlichen Franken-Milliarden zum Leben erweckte Nachfolgerin Swiss: „Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird es bald wieder zum Kollaps kommen.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt: „Es kommen ungute Erinnerungen an die Spätphase des Überlebenskampfs der Swissair auf.“ Der überstürzte Abgang von Konzernchef André Dosé wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Situation eines fliegenden Nationalsymbols, dem Staat und Banken seit Monaten weitere finanzielle Unterstützung verweigern. Offiziell ging Dosé, weil er sich in die juristischen Folgen des Absturzes einer Crossair- Maschine verwickelt sieht. Wichtiger ist jedoch, dass die Liquidität des Unternehmens nach Angaben aus Firmenkreisen Tag für Tag um mehr als 1,5 Millionen Schweizer Franken schrumpft – ein Szenario, das Dosé, 47, nicht mehr bis zum traurigen Ende begleiten wird.

„Er soll die Crossair, die Swissair und all unsere Emotionen retten, die an diesen Heckflügeln kleben“, schrieb das Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ einst euphorisch. Davon kann keine Rede mehr sein. Die Chronologie eines Himmelfahrtskommandos.

1. Januar 2001: Dosés Aufstieg beginnt mitten im Skiurlaub in Valbella: Die Nachricht, der hoch aufgeschossene Pilot solle den Job von Crossair-Chef Moritz Suter übernehmen, erhält er via Handy am Skilift. Eigentlich wollte er einmal Torwart der Fußball-Nationalmannschaft werden. Doch das Jobmärchen wird schön und schöner: Die Swissair geht Pleite, die Regionaltochter Crossair dient als Instrument zum Neustart – mit Dosé an der Spitze. Der Mann ohne Studienabschluss und ohne große Managementerfahrung, der früher als Pilot Baumwollfelder in Louisiana besprühte, ist plötzlich „König der Lüfte“, wie die Handelszeitung titelt.

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