Was Frauen heute anders wünschen
Ein Klassiker verabschiedet sich

Von vielen gemocht, von manchen belächelt, von einigen abgelehnt: Mit dem Werbeslogan "Bauknecht weiß, was Frauen wünschen" verabschiedet sich ein Klassiker der deutschen Werbegeschichte.

Die Entscheidung, endgültig auf den Slogan zu verzichten, war überfällig: Gerade bei jüngeren findet der Slogan kaum noch Zuspruch. Dabei war der Klassiker der deutschen Markenwerbung auch zu seiner "Hoch"-Zeit nie unumstritten: 1954 von Walter Rübsam, dem damaligen Chef der Abteilung "Weiße Ware" zwischen Tür und Angel erfunden, erregte er zunächst das Missfallen der Wettbewerber. "Die standen mit ihren kryptischen Produktbezeichnungen gegenüber unserem wortgewaltigen Versprechen natürlich auf verlorenem Posten", kann sich der ehemalige Bauknecht Geschäftsführer Hanns Kopf erinnern.

Dass sich die Zeiten und mit ihnen das Rollenverständnis ändern, zeigt ein aktuelles Serviceangebot des Herstellers: Mit speziell entwickelten Waschkursen für Männer wollen die Produktmanager einer der letzten im Haushalt existierenden Tabu-Zonen an den Kragen. In den Lehrgängen lernen Männer, wie sie eine Waschmaschine bedienen und wie sie aus einem Berg Schmutzwäsche schrankfertige Kleidung zaubern.

Eben ganz: "heute leben". Mit diesem Slogan stehen die Marketingmacher aus Schorndorf nun auch in den Startlöchern. Ohne Rollenkonflikte. Und mit dem Signal: Mit uns haben Hausfrauen und-männer Zeit für die Dinge, die ihnen wichtig sind.

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