Web 2.0
Mitmachnetz ohne Helfer

„User generated content“ lautet seit einigen Jahren die Zauberformel im World Wide Web: Das „Web 2.0“ soll die Internetnutzer dazu bewegen, selbst Inhalte zu produzieren, anstatt nur zu konsumieren – bisher scheinbar nur mit mäßigem Erfolg.
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DÜSSELDORF. Das Web 2.0 hat viele Gesichter: MySpace, Xing, YouTube oder Flickr, aber auch Blogs, Wikis und Kommentare in Webshops wie Amazon zählen dazu. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Nicht mehr der Anbieter füllt eine Webseite mit Inhalten, sondern der Nutzer selbst, mit Bildern, Videos, Meinungen, Informationen.

„User generated content“ nennt sich das im Fachjargon, „nutzergenerierte Inhalte. „Charakteristisch für das Web 2.0 ist, dass es nicht mehr nur lesbar, sondern für jedermann beschreibbar ist“, sagt Patrick Holz, der zum Thema Web 2.0 an der Universität Köln promoviert. „Die Barrieren, selbst etwas im Web zu veröffentlichen, sind stark gesunken.“

Eine Untersuchung von TNS Infratest zeigt, dass hauptsächlich Jugendliche für die Inhalte auf den Portalen sorgen. Das Web 2.0 kehre somit das übliche Verhältnis um, wonach Erwachsene Wissen verbreiten und Jugendliche dieses Wissen aufnehmen, heißt es in der Studie. Jugendliche seien die Autoren der Beiträge und stellen Inhalte bereit, Erwachsene konsumieren sie.

„Viele Dienste, die wir heute kennen und schätzen, wäre ohne die Web 2.0-Anwendungen nicht möglich gewesen“, sagt Patrick Holz. „Ich denke da nicht nur an Wikipedia oder MySpace, sondern vor allem an alltägliche Helferlein wie meine abonnierten Podcasts oder die Wikis im Unternehmen, die die uralten Dokumentationsseiten abgelöst haben.“ Anwendungen seien nun wesentlich angenehmer zu bedienen und könnten eine zum Teil erstaunliche Fülle an Features vorweisen, meint Holz.

Trotzdem bleibt die Mehrheit der Nutzer nach wie vor passiv, wie Infratest in einer weiteren Studie herausfand. Portale wie Wikipedia klicken etwa 28 Prozent der deutschen Internetnutzer zumindest gelegentlich an, um sich zu informieren. Dagegen beteiligen sich nur zwei Prozent aktiv und verfassen selbst Einträge.

Betreiber von interaktiven Webangeboten versuchen, den Nutzer durch eine möglichst einfache Bedienung zum Mitmachen zu motivieren. Nur ein paar Wörter in ein Formular eintippen und schon steht der eigene Kommentar sichtbar für alle neben einem Videoclip bei YouTube.

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