Wechsel an der Spitze von BP und Ericsson
Der Reiz des Neuen

Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg liebt den Branchenwechsel: Diesmal zieht es ihn zum britischen Energieriesen BP – als Chairman. Sein Nachfolger beimschwedischen Telekomausrüster wird der bisherige Finanzchef Hans Vestberg.

STOCKHOLM. Ein bisschen Wehmut klingt mit, als er an diesem hochsommerlichen Donnerstag in Stockholm seinen Abschied kundtut. „Es waren fantastische Jahre, und es ist nicht leicht, dieses Unternehmen zu verlassen“, sagt Carl-Henric Svanberg. Zum neuen Jahr wird er den Chefsessel beim weltweit größten Telekomausrüster Ericsson räumen und künftig als Chefaufseher beim britischen Energieriesen BP arbeiten. Fast hat man den Eindruck, als kämpfte der sonst immer cool wirkende Svanberg für ein paar Sekunden mit seinen Gefühlen, die er sonst so geschickt hinter dem ewigen Lächeln verbergen kann.

Eine „logische Entscheidung“ nennt der 57-Jährige den Jobwechsel, aber auch „emotional sehr schwer“. Kein Wunder, denn seine neue Aufgabe, die er ab 1. Januar 2010 übernimmt, wird nicht leicht sein, wie selbst BP-Chef Tony Hayward gestern sagte. So sind wegen des Verfalls der Öl- und Gaspreise die Gewinne zuletzt stark eingebrochen. Als Chairman hat Svanberg ein gewichtiges Wort bei allen Entscheidungen mitzureden.

Mit einem Umsatz von rund 256 Mrd. Euro und 92 000 Mitarbeitern hat es der passionierte Segler Svanberg mit ganz anderen Gefilden zu tun als beim Telekomausrüster. Ericsson setzte weniger als ein Zehntel um und beschäftigte zuletzt 78 000 Mitarbeiter. „Ich liebe Herausforderungen“, sagt Svanberg, und betont das Wort „challenges“ so genüsslich, dass man ihm die Freude abnimmt.

Seine Ernennung zum neuen Aufsichtsratschef beim britischen Energieriesen war eine Überraschung. BP sucht seit längerem einen Nachfolger für Peter Sutherland, der schon im April dieses Jahres seinen Posten aufgeben wollte. Doch der bereits ausgeguckte Nachfolger, Paul Skinner vom Rohstoff-Riesen Rio Tinto, verlor das Vertrauen der BP-Investoren, als bekannt wurde, dass dieser sich für den milliardenschweren Einstieg des chinesischen Metallkonzerns Chinalco bei Rio Tinto ausgesprochen hatte.

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