Wechsel bei Novartis: Bayers Pharmachef geht zur Konkurrenz

Wechsel bei Novartis
Bayers Pharmachef geht zur Konkurrenz

Beim Schweizer Pharmakonzern Novartis gibt es einen prominenten Abgang. Nach 14 Jahren tritt Daniel Vasella als Verwaltungsratspräsident zurück. Sein Nachfolger soll ein Deutscher werden.
  • 0

DüsseldorfDer bisherige Chef der Pharma-Sparte des Bayer-Konzerns, Jörg Reinhardt, will seine Karriere in seiner Schweizer Wahlheimat fortsetzen. Der 56-Jährige soll Präsident des Verwaltungsrats des Pharmakonzerns Novartis werden. Damit endet bei dem Schweizer Unternehmen eine Ära. Seit 1999 war das Gremium von Daniel Vasella geführt worden. Bei Bayer gibt es noch keinen Nachfolger für Reinhardt, zunächst soll Bayer-Vorstand Wolfgang Plischke die Geschäft der Pharmasparte führen.

Reinhardt hat einen Großteil seiner Karriere bei Novartis verbracht, 2008 war er dort zum Vorstand für das Tagesgeschäft aufgestiegen. Die Geschicke von Bayer Healthcare hatte er seit August 2010 geführt.

Dem Schweizer Pharmakonzern Novartis macht die Generika-Konkurrenz zu schaffen. Der Basler Arzneimittelhersteller rechnet erst für das kommende Jahr mit einer Rückkehr zum Wachstum. 2013 werde der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen stagnieren, prognostizierte Novartis am Mittwoch. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn dürfte sogar um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag schrumpfen. Für 2014 und 2015 stellt Novartis einen Anstieg der Verkaufserlöse zumindest um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Der bereinigte operative Gewinn dürfte stärker als der Umsatz steigen.

2012 stieg der Reingewinn um vier Prozent auf 9,62 Milliarden Dollar. Novartis verdiente damit weniger als von Analysten erwartet, die im Schnitt 9,91 Milliarden Dollar prognostiziert hatten. Die Aktionäre sollen 2,30 Franken Dividende je Anteilsschein erhalten nach 2,25 Franken im Vorjahr.

Der Nettoumsatz schrumpfte um drei Prozent auf 56,67 Milliarden Dollar. Unter Ausschluss von Währungseffekten stagnierten die Umsätze, womit Novartis das angepeilte Ziel erreichte. Im größten Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten verringerten sich die Verkaufserlöse um ein Prozent auf 32,15 Milliarden Dollar. Umsatzzuwächse bei neuen Präparaten wie der Tablette Gilenya gegen Multiple Sklerose oder den Krebsmitteln Afinitor und Tasigna konnten die Einbußen beim früheren Top-Produkt Diovan nur zum Teil wettmachen.

Novartis legte als erster europäischer Pharmakonzern sein Jahresergebnis vor. Der US-Konkurrent Johnson & Johnson hatte am Vortag mit einem verhaltenen Ausblick enttäuscht.

Seite 1:

Bayers Pharmachef geht zur Konkurrenz

Seite 2:

Was Vasella dem Nachfolger hinterlässt

Kommentare zu " Wechsel bei Novartis: Bayers Pharmachef geht zur Konkurrenz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%