Wechsel bei UPS
Der Architekt rückt an die Spitze

Finanzchef Scott Davis wird neuer Chef des weltgrößten Paketversenders UPS. Vom Architekten der derzeitigen Unternehmensstrategie, die auf verstärkte Zukäufe setzt, erwarten Experten den Vorstoß in den europäischen Billigmarkt. Die Mittel dazu hätte er.

HAMBURG. Am Dienstag kommender Woche wird Scott Davis zum letzten Mal als Chief Financial Officer die Quartalszahlen von United Parcel Service (UPS) erläutern. Zum Jahresende wechselt der 55-Jährige auf den Chefsessel des weltweit größten Paketversenders. Er löst den seit Jahresbeginn 2002 amtierenden Mike Eskew als Chief Executive Officer (CEO) ab, der sich mit 57 in den Ruhestand verabschiedet.

Der Chefwechsel folgt der Gewohnheit von UPS, in jüngster Zeit alle fünf Jahre den Spitzenmann auszutauschen. Aber mit Davis wird erstmals in der 100-jährigen Firmengeschichte jemand an der Spitze des „big brown“ genannten Transportriesen stehen, der nicht als Fahrer, Packer oder Teilzeitarbeiter seine Karriere bei UPS begonnen hat.

Scott Davis, 1952 im US-Westküstenstaat Oregon geboren, kam 1986 durch die Übernahme des Technologieunternehmens Il Morrow, dessen Chef er war, zu UPS. Davor sammelte er erste Berufserfahrung bei Arthur Andersen. Ende 1998, als der Paketversender noch in Privatbesitz war, wechselte Davis zum Versicherungsspezialisten Overseas Partners Ltd./ Bermudas, kehrte im Jahr 2000 zu UPS zurück und wurde Finanzchef des mittlerweile an der Börse notierten Unternehmens. Im vergangenen Jahr stieg Davis zum Vize-Chairman auf.

In den vergangenen Jahren hat er eng an der Seite des scheidenden CEO Eskew als „Architekt der UPS-Strategie“ gearbeitet und geholfen, das Unternehmenswachstum durch Akquisitionen sowie Investitionen in neue Produkte und Technik zu beschleunigen. Allein seit 2002 hat UPS zwei Milliarden Dollar für Zukäufe ausgegeben, wie für den britischen Auslieferdienst Lynx Express. Branchenkreise erwarten nun von Scott, dass er das Unternehmen in seinem weitaus wichtigsten Markt USA wieder auf Wachstumskurs bringt. Weltweit konkurriert UPS mit dem US-Erzrivalen Fedex und mit DHL, der Express-Tochter der Deutschen Post.

Aufgrund einer prall gefüllten Kriegskasse erwarten Marktbeobachter, dass auch Scott Davis weiter zukauft. So mischt UPS zwar auf dem europäischen Markt im teuren Express-Geschäft mit, nicht aber im Billiggeschäft, der normalen Paketzustellung. In der Branche wird spekuliert, dass sich Davis für die GLS, die zur britischen Royal Mail gehörende Paketdienstgruppe, und für die niederländische Express- und Postgesellschaft TNT interessiert.

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