Wechsel des Fondsmanagements
Eine Legende in neuen Händen

Magellan, so lautet der Name des einst größten Aktienfonds der Welt. Zwei Manager machten aus ihm eine Legende: Fidelity Chairman Edward Johnson III. leitete den Fonds von seiner Gründung 1963 bis 1973. Ehe Fonds-Guru Peter Lynch zwischen 1977 und 1990 breit angelegte Pensionssparpläne in den Fonds integrierte und starke Erträge erzielte.

FRANKFURT. Doch diese goldenen Zeiten liegen für die Investmentgesellschaft Fidelity lange zurück. Seit 2004 zogen die Anleger mehr als 20 Milliarden Dollar aus dem Magellan-Fonds ab. Seit 2000 hat sich das Fondsvermögen gar auf 52 Milliarden Dollar halbiert.

Jetzt hat Fidelity das Fondsmanagement gewechselt. Robert Stansky muss nach neun Jahren als Fondschef gehen. In den vergangenen Jahren verlor der Fonds im Mittel jedes Jahr fast drei Prozent an Wert. Stansky setzte vor allem auf bekannte Finanzaktien wie die Wertpapiere der Citigroup, der AIG oder Fannie Mae.

Nun hat Harry Lange die Fondsleitung übernommen. Wenn der 53-jährige Manager seinem Stil treu bleibt, wird er den Magellan-Fonds künftig stärker in mittelgroße, tech-lastige Firmen investieren und dafür den Bestand an Aktien der Großkonzerne reduzieren. „Aggressiv“ will Lange dabei vorgehen und „alles von Big bis Small Caps“ in den Fonds kaufen, umso die Anlagestrategie zu erweitern, sagte er bei einer Telefonkonferenz anlässlich des Führungswechsels.

In der Branche traut man dem Aktienfondsmanager mit Havard-Abschluss, der seit achtzehn Jahren bei Fidelity arbeitet, das zu. „Lange nimmt jede Investmentchance wahr“, sagt Christopher Traulsen, Analyst des US-Researchhauses Morningstar gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Als Lange etwa 1996 den Aktienfonds Fidelity Capital Appreciation Fund übernahm, verdreifachte er rasch die Zahl der Aktien im Fonds, erhöhte deutlich den Umschlag des Kapitals und setzte stärker auf Tech-Aktien.

Lange bewies dabei Mut und Gespür für die Märkte: Obwohl Aktien kleinerer US-Firmen seit einer Weile als relativ teuer und riskant gelten, findet er nach Aussage von Branchenkennern noch immer attraktive Small Caps – die Magellan-Zeichner hören derlei Lob sicher gerne.

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