Wechsel mit Risiken
Roche hat einen Kronprinz weniger

Heino von Prondzynski verlässt aus privaten Gründen die Diagnostik-Sparte des Pharmakonzerns. Sein Nachfolger steht bereits fest.

HB ZÜRICH. Wenn bisher die Konzernleitung des Schweizer Pharmariesen Roche aufmarschierte, sah das so aus: Franz Humer gab den hemdsärmeligen, aber konzilianten Anführer, Erich Hunziker verstand es als Herr der Zahlen, das trockenste alle Themen schmackhaft zu machen, William Burns verbreitete die frohe Botschaft, dass Roche noch immer neue Medikamente auf Lager hat.

Und Heino von Prondzynski? Er kam als Letzter und versuchte, dem zweiten Standbein von Roche, der Diagnostik, die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Künftig wird statt des etwas hageren, grauhaarigen Mannes ein Jüngerer seinen Platz einnehmen. Der 55-jährige von Prondzynski hat sich entschieden, im kommenden Jahr bei Roche auszuscheiden und „sich persönlichen Interessen“ zu widmen, teilte das Unternehmen gestern mit. An seine Stelle rückt Severin Schwan, 38 Jahre alt und bislang Leiter der Region Asien-Pazifik in der Diagnostik-Sparte.

Die Nachricht, die Konzernchef Humer mit den üblichen Dankesworten für den Scheidenden und Vorschusslorbeeren für den Kommenden verband, ließ die Branche aufhorchen: Andrew Fellows etwa, der für das Analystenteam von Helvea Roche unter die Lupe nimmt, bezeichnete den Wechsel als risikoreich. Der Westfale von Prondzynski hatte sein Handwerk bei Bayer gelernt und bei Chiron perfektioniert. Die Erfahrungen des Nachfolgers seien doch eher beschränkt. Warum also wechselt Roche die Pferde in seinem zweitwichtigsten Bereich?

Seite 1:

Roche hat einen Kronprinz weniger

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%