Wegen Verdunkelungsgefahr
Ex-VW-Betriebsratschef Volkert verhaftet

In der VW-Korruptionsaffäre hat es die erste Verhaftung gegeben: Die Staatsanwaltschaft setzte am Dienstag überraschend den ehemaligen Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert fest. Obendrein droht Volkerts Anwalt Peter Diestel-Michael ein Ermittlungsverfahren.

HB BRAUNSCHWEIG. Es bestehe Verdunkelungsgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag mit. Hintergrund seien Aussagen des früheren VW-Personalmanagers Klaus Gebauer, -Joachim gegen den in der Affäre um Korruption und Lustreisen auf Firmenkosten ebenfalls ermittelt wird. Danach soll Volkert versucht haben, die Aufklärung der Affäre "um jeden Preis" zu verhindern und Gebauer quasi zu kaufen. Volkert sei von Beamten des Landeskriminalamtes festgenommen worden und sitze in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl stütze sich zudem auf den dringenden Tatverdacht einer Anstiftung zur Untreue. Volkerts Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Volkert sei "grundlos" in Untersuchungshaft.

Erst vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft wegen Untreue und unrechtmäßiger Begünstigung von Betriebsräten Anklage gegen den früheren VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz erhoben. Hartz und Volkert hatten die VW-Tarifpolitik über Jahre hinweg maßgeblich bestimmt. Insgesamt wird gegen 14 Beschuldigte ermittelt.

Der einst mächtige Betriebsratschef Volkert war im Sommer 2005 wegen der Verstrickung in die Affäre zurückgetreten. Am Dienstag wurde Volkert von Beamten des Landeskriminalamtes festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen Volkert stützt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft zum einen auf den dringenden Tatverdacht einer Anstiftung zur Untreue, zudem bestehe Verdunkelungsgefahr.

Hintergrund der Inhaftierung sind laut Staatsanwaltschaft Angaben Gebauers. Volkert und sein Anwalt, der frühere DDR-Innenminister Peter Diestel, -Michael sollen Gebauer bei einem Treffen am 1. November bedrängt haben, seine bisherigen Angaben zur Rolle Volkerts in der Affäre zu Gunsten des früheren Betriebsratschefs abzuschwächen. Gebauer soll angeboten worden sein, ihm einen kostenlosen Verteidiger zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Gebauer keine Zahlungen an seinen bisherigen Rechtsbeistand zu leisten brauche.

Ansonsten, so hätten Volkert und Diestel gedroht, könne das weitere Verfahren zu einem "Gemetzel" führen. Diese Äußerung sah die Staatsanwaltschaft als Drohung gegenüber Gebauer auf. Zudem bestehe der Verdacht, dass Volkert Gebauer oder andere Beteiligte zu einer wahrheitswidrigen Aussage bewegen und die Aufklärung der Affäre verhindern wollte. "Dieser Gefahr musste die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirkungsvoll mit den vom Gesetz vorgesehenen Mitteln begegnen. Das hat sie getan", hieß es.

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