Weihnachtsfeier-Trends
Weihnachtsmannsuche per GPS

Eine Umfrage des Handelsblatts ergab: Jede zehnte Firma spart bei der Weihnachtsfeier oder streicht das Fest für die Mitarbeiter gleich ganz. Unternehmen, die es sich leisten können, lassen es dafür umso heftiger krachen. Hauptsache, es stiftet Gemeinschaftsgefühl.

DÜSSELDORF. „Rauf auf die Tanne!“ lautet das Kommando. Erst mit Eisenkrampen an den Füßen den geschälten Zwölf-Meter-Baum hoch, auf die Spitze stellen und dann im freien Fall runterspringen, bitte schön – gesichert per Seil nur von den lieben Kollegen. Eine schöne Bescherung, dürfte sich so mancher Bürohengst denken, der von seiner Firma zum Weihnachtsfest der etwas anderen Art geladen ist.

„Immer mehr Betriebe nutzen die Weihnachtsfeier gezielt als Deckmäntelchen für Teambildung“, beobachtet Klaus Korbmacher von der Essener Agentur Outdoor2business. Sie organisiert seit 18 Jahren solche sportlichen Events für namhafte Unternehmen. Zum Beispiel Klettern über wackelige Hängebrücken oder Gruppenspiele im Winterwald unter Aufsicht von Psychologen – etwa wenn der Führungsclan nicht miteinander kann oder drei von neun Leuten der Abteilung gehen müssen. Da können sich andere schon fast glücklich schätzen, bei denen die Firmenweihnacht flachfällt.

Immerhin jeder zehnte Betrieb streicht dieses Jahr die Weihnachtsfeier. Der Grund: „Wir müssen sparen.“ Zwölf Prozent der Firmen pflegen ohnehin nicht die Tradition einer Weihnachtsfeier. Das ist das Ergebnis einer Exklusiv-Umfrage des Handelsblatts mit der Zeitarbeitsfirma Randstad unter 315 Personalentscheidern aus einem Querschnitt von Firmen.

Bei Lebkuchen und Kerzenschein – wie etwa in der RAG-Zentrale – feiern die wenigsten. Ein edles Menü ist meist Standard, zeigt die Umfrage. Schon jede vierte Firma bietet ihren Leuten sogar mehr als nur gutes Essen. Heide Franken, Geschäftsführerin von Randstad Deutschland, berichtet: „Nicht mal unser Management weiß vorher, wie wir feiern. Es ist jedes Jahr eine Überraschung, wohin der Bus fährt.“

Insgesamt werden die Lokalitäten und Ideen immer ausgefallener. Vor ein paar Jahren galten Christbaumschlagen und Plätzchenbacken noch als Highlights. Heuer sind angesagt: Weihnachtsmannsuche per GPS im dunklen Winterwald, Schatzsuche mit Piratenschmaus oder Kanadiertouren mit Fackeln auf der Ruhr, berichtet Eventprofi Korbmacher. „Der Trend geht zu hochwertigen Feiern. Viele Firmen können sich’s wieder leisten.“

„One Night in White“ – so lautet das Motto einer Feier, die bei der Düsseldorfer Eventagentur Der Zeremonienmeister derzeit der Renner ist. Geschäftsführer Dirk Daniels: „Alles ist feierlich weiß dekoriert, selbst das Menü ist weiß – auch die Gäste müssen ganz in Weiß erscheinen.“ Ziemlich von den Socken waren kürzlich 120 Top-Manager, denen ihr Arbeitgeber – ein großer Mischkonzern – zum Fest eine römische Orgie spendierte. Am Eingang hieß es, Schuhe aus und Tunika überziehen. „Gespeist wurde auf Liegen, römisch gewandete Damen servierten und tanzten – alles stilecht“, schwärmt Organisator Daniels.

Was das noch mit Weihnachten zu tun hat? Wenig. Hauptsache, die Feier stiftet Gemeinschaftsgefühl. „Das Christfest dient oft nur noch als Vorwand, um die Mitarbeiter zum Jahresende mit etwas Besonderem zu belohnen“, bestätigt Korbmacher. Und: Um Arbeitszeit zu schonen, werden die Feiern immer öfter aufs Wochenende gelegt. Oder gleich aufs neue Jahr. Zeremonienmeister Daniels: „Schon 30 Prozent unserer Weihnachtsfeiern finden als Kick-off im Januar statt. Vor allem Firmen mit innovativen Produkten wollen ihre Leute so aufs neue Jahr einschwören.“

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