Weiterbildung
Starthilfen für Bachelors

Während sich Studenten, Politik und Hochschulen noch über Sinn und Unsinn der Bachelor-Studiengänge streiten, stellen sich Großunternehmen wie BMW, Thyssen-Krupp oder PWC mit neuen Einstiegsprogrammen bereits auf die zukünftigen Mitarbeiter ein. So sollen lücken aus dem Studium geschlossen werden.
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DÜSSELDORF. Studenten, Hochschulen, Politik und Wirtschaft streiten lebhaft über Sinn und Unsinn der Bologna-Reform und insbesondere der Bachelor-Studiengänge. Dabei schwappen die ersten Absolventen bereits auf den Arbeitsmarkt. Und während der Großteil der Arbeitgeber noch damit beschäftigt ist, sich mit den Bachelors vertraut zu machen, haben einige meist große Unternehmen schon Einstiegsprogramme für ihre zukünftigen Mitarbeiter entwickelt. Mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

So fallen bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC) die ersten Erfahrungen mit Bachelor-Absolventen durchweg positiv aus. Dennoch vermutet man nach einer ersten Durchsicht ausgewählter Studienprogramme, dass künftige Einsteiger Wissenslücken beispielsweise in Bilanzierung und Rechnungsprüfung oder bei den Softskills mitbringen könnten. "Die meisten Studiengänge sind eher breit als tief angelegt. Daher liegt dieser Schluss nahe", sagt Christine Hentschel, Partnerin bei PWC und verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung im Geschäftsbereich Wirtschaftsprüfung. Deshalb erweitert das Unternehmen ab kommendem Sommer seine Weiterbildungspalette um ein Bachelorzusatzprogramm. "Über zusätzliche E- und Blended-Learning-Tools können Einsteiger die PWC-relevanten Fachthemen, bei denen sie für sich Schwächen ausmachen, nachschulen", erklärt Hentschel. Der neue Mitarbeiter bestimmt selbst, welche und wie viele der Extra-Kurse er für nötig hält. PWC finanziert die Weiterbildung, er bringt seinen Feierabend ein. Ziel ist, dass alle Einsteiger basierend auf einer gemeinsamen fachlichen Grundausstattung in die bisherigen Trainingsprogramme starten.

Die Praxisnähe fehlt im Studium

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp hält sein derzeitiges, sehr modulares Weiterbildungssystem für flexibel genug, Absolventen unterschiedlichster Couleur einzuarbeiten. Die Herausforderung sieht man in den geringen Praxisphasen im Studium der Bachelors, die aus der verkürzten Studiendauer resultieren. "Praxisphasen sind für die Beschäftigungsfähigkeit sehr wichtig und müssen deshalb von den Unternehmen kompensiert werden", sagt Veit Echterhoff, bei Thyssen-Krupp Europe für Bildungspolitik verantwortlich.

Sein Haus sieht deshalb ab Herbst 2010 für Bachelorabsolventen optional ein Traineeprogramm mit einer vorgeschalteten Praxisphase vor. Die Jobeinsteiger durchlaufen sechs Monate verschiedene Unternehmensbereiche, bevor sie mit dem regulären Zwölf-Monats-Programm mit Auslandsaufenthalten und Sprachtrainings beginnen. In Zukunft will der Konzern den Großteil seines Absolventenbedarfs aber gleich über sein neues "Young Potential Programm", bei dem Abiturienten ein gefördertes Bachelor-Studium in Kombination mit einer beruflichen Ausbildung durchlaufen, stillen.

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