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Strategen gesucht

Ausschau nach geeigneten Mitarbeitern halten Personalleiter und Headhunter auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Controller und Corporate-Finance-Experten sind bei Ihnen besonders dann gefragt, wenn sie mehr als nur Zahlenjongleure sind.

„Wir suchen immer gute Controller, auch jetzt.“ Dafür gibt es zwei Gründe: Das baden-württembergische Unternehmen will weiter wachsen, und die Zahlenspezialisten gehören einfach dazu: Vertrieb, Marketing und Organisation kommen ebenso wenig ohne sie aus wie das strategische Management. Denn Controller seien keine Zahlendreher, sondern interne Berater: „Wir brauchen unternehmerisch denkende Controller“, sagt Egenter. Das heißt: Ein kühler Rechner muss immer auch das Geschäft verstehen, das hinter den Zahlen steckt. Und für seine Manager-Kollegen jenseits reiner Excel-Kalkulationen als Ansprechpartner und Berater auf der Suche nach Verbesserungsvorschlägen da sein.

Wirtschaftskrise hin oder her, für Finanzmanager stehen die Jobchancen zumindest jenseits der Bankenszene derzeit gar nicht schlecht. Viele Unternehmen bauen wie Hansgrohe ihre Unternehmenssteuerung aus. Eine Tendenz, die sich in der aktuellen Krise noch verstärkt. „Controller haben trotz Krise gute Chancen im Jobmarkt“, sagt Jürgen van Zwoll, Personalberater bei Ray & Berndtson. Das gilt für große Mittelständler wie Hansgrohe, erst recht aber für Konzerne wie Vattenfall, deren Management seit jeher auf Controller angewiesen ist, um nicht den Überblick zu verlieren und die intern strategische Begleitung suchen.

Bei Spezialisten für die Unternehmensfinanzierung ist die Situation ähnlich: In schwierigen Zeiten trennen sich die Unternehmen nicht ausgerechnet von den Mitarbeitern, die zum Beispiel die Liquidität managen und die Verbindlichkeiten im Blick haben. Corporate-Finance-Spezialisten arbeiten ausschließlich in größeren Unternehmen, die über ein breites Instrumentarium von Finanzierungen verfügen. Dabei muss es nicht immer gleich ein börsennotierter Konzern sein, auch große Mittelständler wie der Lübecker Medizintechnik-Hersteller Dräger bieten anspruchsvolle Jobs: „Für uns sind vor allem berufserfahrene Kandidaten mit Spezialwissen von großem Interesse“, sagt Dräger-Personalerin Sabine Ufferheide. „Gerade in Krisenzeiten ist ein stabiler Zufluss von liquiden Mitteln wichtig. Menschen mit einschlägiger Erfahrung in der Optimierung des kurzfristig verfügbaren Kapitals schätzen wir umso mehr.“

Daneben empfiehlt Headhunter Jürgen van Zwoll wechselwilligen Profis für die Unternehmensfinanzierung Wachstumsbranchen wie die regenerativen Energien, die ständig neues Kapital brauchen. Aber auch in kleineren mittelständischen Unternehmen könnten sich Allrounder mit einigen Jahren Berufserfahrung durchaus wohl fühlen – vorausgesetzt, die Finanzabteilung besteht nicht nur aus der Buchführung.

Wer aus einer persönlichen Vorliebe heraus ein Unternehmen ins Visier genommen hat, das derzeit einen Einstellungsstopp verfügt hat, sollte nicht sofort alle Hoffnungen auf den Traumjob begraben. Denn nicht alle Unternehmen beharren zu 100 Prozent auf dem Stopp, wenn ein vielversprechender Mitarbeiter anklopft: „Deutsche Unternehmen denken häufig strategischer und sind daher meist offener als zum Beispiel angelsächsische Firmen“, sagt van Zwoll. Für wenig aussichtsreich hält er derzeit allerdings die Jobsuche in der Automobilbranche. „Dass es dort nicht gut läuft, dürfte sich herumgesprochen haben.“

Große Chancen für Controller sieht der Personalberater dagegen derzeit im Handel: „Die Unternehmen haben eine Vielzahl verschiedener Produkte im Markt und meist ein ausgeprägtes Controlling mit entsprechend vielen Positionen zu besetzen.“ Beispiel Otto: Der Handelskonzern ist derzeit auf der Suche nach neuen Managern für die Unternehmenssteuerung: „Für erfahrende Controller ist die Jobsituation bei Otto aktuell sehr gut“, sagt Personal-Direktor Michael Picard. Auch im Bereich Finanzen hat der Hamburger Versandhändler Stellen zu besetzen. Insgesamt plant Otto, im laufenden Jahr in den Bereichen Finanzen und Controlling bis zu 20 neue Mitarbeiter einzustellen. Interessenten müssen sich allerdings auf Konkurrenz einstellen: Bei Personalchef Picard bewerben sich derzeit ungewöhnlich viele Mitarbeiter aus dem Bankenumfeld.

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