Weitreichende Folgen
IASB veröffentlicht neue Bilanzregeln für Pensionäre

Das internationale Bilanzgremium IASB hat die nahezu endgültige Fassung des neuen Standards zur Pensionsbilanzierung veröffentlicht. Die neuen Regeln haben weitreichende Folgen für Unternehmen.
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FrankfurtDas internationale Bilanzgremium IASB hat die nahezu endgültige Fassung des neuen Standards zur Pensionsbilanzierung veröffentlicht. Mit der Reform sollen die Abschlüsse der Unternehmen besser vergleichbar werden. Investoren wird also mehr Transparenz versprochen. Die neuen Regeln haben weitreichende Folgen für Firmen: Die Höhe ihres Eigenkapitals in der Bilanz wird volatiler, bei manchen Unternehmen werden sogar die Gewinne schrumpfen.

„Aus den Neuregelungen ergeben sich erhebliche Auswirkungen auf wichtige Kennzahlen vieler Unternehmen“, sagt Guido Fladt, Leiter der Grundsatzabteilung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. „Sie erhöhen aber die Vergleichbarkeit und den Informationsgehalt von Abschlüssen.“

Die bedeutendste Neuerung: Unternehmen müssen Veränderungen der Pensionsverpflichtungen künftig direkt und in vollem Umfang im Eigenkapital verrechnen. Dies ist beispielsweise nötig, wenn sich Rechnungszinsen oder Annahmen zu Lebenserwartungen ändern.

Bislang hatten die Firmen ein Wahlrecht. Sie konnten Abweichungen erst ab einer bestimmten Höhe und über einen längeren Zeitraum gestreckt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassen. Experten bemängelten an dieser „Korridor-Methode jedoch, dass die Pensionsverpflichtungen nicht vollständig in der Bilanz abgebildet wurden. „Für Unternehmen, die ihre Pensionspläne bislang unter Anwendung der Korridor-Option bilanziert haben, wird sich deshalb eine erhebliche Veränderung der Pensionsrückstellungen und des Eigenkapitals ergeben“, sagt Fladt.

Hanne Böckem von KPMG begrüßt die höhere Transparenz, weist aber auf die Folgen der Eigenkapitalvolatilität hin: „Herausforderungen ergeben sich für Unternehmen, wenn Konditionen von Kreditverträgen von eigenkapitalbezogenen Kennzahlen abhängen.“

Die zweite Änderung betrifft die Rendite des Planvermögens. Es dient der Finanzierung der Pensionsverpflichtungen und kann aus Aktien, Anleihen und Immobilien bestehen. Bei der Bewertung der Verpflichtungen legten Firmen den Zinssatz für Unternehmensanleihen hoher Bonität (Rechnungszins) zugrunde. Bei der alljährlichen Berechnung der erwarteten Renditen aus dem Planvermögen verwendeten sie hingegen in der Regel einen höheren Zins. „Diese Renditen wurden aber vielfach nicht erreicht“, sagt KPMG-Experte Jan Faßhauer. Gleichwohl verbuchten die Firmen den Zinsertrag. Das IASB schiebt dieser Praxis einen Riegel vor: Künftig dürfen Firmen nur noch mit Renditen in Höhe des aktuellen Rechnungszinses rechnen.


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