Weltspitze
Gute Geschäfte am Zuckerhut

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der neuen Serie "Weltspitze - wie Deutsche international Erfolg haben" praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der internationale Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um Brasilien, ein immer wichtigerer Geschäftspartner.
  • 0

Die jüngsten Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage Anfang September 2009 in Vitoria, zu denen knapp 200 Unternehmer und Wirtschaftsvertreter angereist kamen, machten noch einmal die Ausnahmestellung Brasiliens deutlich. Zwar erlebte Brasilien im Sog der globalen Krise eine kurze und heftige Rezession. Schon seit Monaten geht es aber wieder bergauf, belegen viele Indikatoren. Vielen deutschen Tochtergesellschaften dort geht es besser als ihren Muttergesellschaften.

Rund 1 300 in Brasilien angesiedelte deutsche Unternehmen erwirtschaften dort allein 10 Prozent des industriellen Bruttosozialprodukts, vor allem in Schlüsselindustrien wie Fahrzeugbau und Chemie. Aber auch andere Industrien sind involviert: So ist der Bau eines Stahlwerks für 4,5 Milliarden Euro unter Federführung von Thyssen AG-Krupp die derzeit größte Investition in Brasilien. Auch mittelständische Unternehmen aus Deutschland engagieren sich immer mehr vor Ort.

Und es geht weiter: So wird das Land in den kommenden 20 Jahren bis zu 130 Milliarden Euro jährlich in den Ausbau seiner Infrastruktur investieren. Allein für die Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2014 seien Investitionen von ca. 30 Milliarden erforderlich. Dementsprechend bietet der brasilianische Markt ein hohes Potential. Daher bietet sich ein näherer Blick auf Kommunikations- und Verhandlungsmuster vor Ort an:

Aufgrund seiner geographischen Lage, auf der "anderen" Seite des Atlantiks, gilt Brasilien als Eingangspforte für den südamerikanischen Kontinent. Brasilianer sind nicht nur rhetorisch sehr bewandert, sie verfügen im oberen Management oft auch über gute Englischkenntnisse. Dies gilt vor allem auch für internationale Unternehmen in Brasilien. Brasilianer sind fabelhafte Gastgeber und empfangen ihre Gäste auf eine fast familiäre Art und Weise. Sie sind in der Regel optimistisch, lachen gerne und schätzen guten, offenen Humor. "Alegria" - Lebensfreude, spielt eine große Rolle.

Sie sind auch Weltmeister der Improvisation, gleichgültig welches Problem es zu lösen gilt, man findet immer "um jeitinho" (einen Dreh, eine Notlösung). Der persönlichen Beziehung wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Eine gute Erziehung und Bildung sowie der familiäre Hintergrund sind besonders wichtig. Bitte beachten Sie:

Legen Sie nicht so viel Wert auf kurzfristige Erfolgsversprechen, wenn Sie eine längerfristige Partnerschaft anstreben. Ausländische Manager, die etwas anderes gewohnt sind und dafür wenig Verständnis zeigen, eher trocken reagieren und bei Verspätungen ungehalten sind, sind als Geschäftspartner eher weniger beliebt.

Generell ist die Kommunikation in Brasilien sehr freundlich. Untereinander sind Diskussionen oft sehr lebhaft. Spontane Ideen und schnelles Denken charakterisieren Ihren Partner. Ein Vertragsentwurf wird oft unter verschiedenen Aspekten gleichzeitig diskutiert und nicht unbedingt methodologisch Punkt für Punkt.

Seite 1:

Gute Geschäfte am Zuckerhut

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Weltspitze: Gute Geschäfte am Zuckerhut"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%