Weltspitze
Sourcing: Kosten senken in den Krisenzeiten

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der neuen Serie „Weltspitze – wie Deutsche international Erfolg haben“ praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es das Sourcing in Osteuropa und wie man hier Geld sparen kann.
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Einkauf, Beschaffung, Sourcing – dieser wichtige Managementbereich hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung vollzogen und intern immer stärker an Bedeutung für jedes Unternehmen gewonnen. Dabei geht es im Einzelnen um bestimmte Länder in Mittel- und Osteuropa (im folgenden „MOE“) genannt. Es geht im Einzelnen auch um Südosteuropa, speziell um die Länder Rumänien und Bulgarien. Russland steht in dieser Folge als originärer Beschaffungsmarkt nicht im primären Fokus.

Was sind die Erfolgsfaktoren für MOE bei der Suche und Auswahl der richtigen Lieferanten?

Auswahl der richtigen Warengruppen

Die entscheidende Frage stellt sich darin, wie stark die einzelnen Technologien in den MOE Ländern verbreitet sind. Zum Beispiel sind Fräs- und Drehteile, Blechteile ohne Werkzeug, Thermoplastteile, Gummiteile sowie Gusteile ohne Bearbeitung in MOE gut zu beschaffen. Dies gilt allerdings nicht für alle Warengruppen: So werden Sie voraussichtlich nur mit großen Mühen gute Lieferanten für Feinstanzteile, komplexe Gussteile oder Teile aus Duroplast finden. Nachdem für MOE Länder geeignete Technologien ausgewählt worden sind, fokussieren wir uns im zweiten Schritt u.a. auf Teile mit möglichst hohem Lohnkostenanteil, niedriger bis mittlerer Produkt- und Materialkomplexität sowie kleineren Variantenvielfalt.

Die wichtigsten Beurteilungskriterien sind:

Hohe Lohnkosten (> 30%) in den Herstellkosten

Wenig Entwicklungsmöglichkeiten zu automatisierten Produktionsprozessen

Geringe Variantenvielfalt

Volumenerzeugende Produkte/Baugruppen

Längere Produktlaufzeiten

Geringe bis mittlere Materialkomplexität (Verfügbarkeit Rohstoffe/Halbzeuge)

Geringe bis mittlere Qualitätskomplexität

Niedrige spezielle Anforderungen (z. B. Zertifizierungen, Qualitätskontrollen)

Höhe der Logistikkosten

Auswahl der Beschaffungsmärkte und Zuordnung der Warengruppen zu den Beschaffungsmärkten In erster Linie hilft eine sorgfältige Auswahl der Länder für die einzelnen Warengruppen, sich auf Beschaffungsmärkte mit Potential zu fokussieren.

Wir unterscheiden dabei unterschiedliche Ländergruppen: Zu den Ländern mit höheren Lohnkosten und mit technologischem Potential zählen Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Länder mit niedrigen Lohnkosten und niedrigen technologischen Potential sind Rumänien und Bulgarien. Zu den Ländern mit niedrigen Lohnkosten, niedrigem technologischen Potenzial und weiteren Barrieren wie Zoll und anderen Normen zählen zum Beispiel die Ukraine und Russland. Die beiden zuletzt genannten Beschaffungsmärkte eignen sich eher für die Belieferung eigener Werke vor Ort. Zwischen den Ländern herrschen wesentliche Unterschiede. Nicht alle wissen, dass es z.B. in Tschechien ca. zehnmal mehr Unternehmen für die Metallverarbeitung gibt als in Bulgarien. Dafür sind wiederum die Lohnkosten in Bulgarien um die Hälfte niedriger als in Tschechien.

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