Wenda Millard tritt ab
Wieder Wechsel bei Yahoo

Eine neue Woche, ein neuer Wechsel an der Spitze des führenden Internetportals Yahoo. David Karnstedt (41), bislang Verkaufschef für suchgebundene Werbung, übernimmt auch die Leitung des Verkaufs von so genannten Display-Anzeigen.

PORTLAND. Die hoch angesehene bisherige Chefin dieses Bereichs, Wenda Millard (52), verlässt Yahoo und wird Anzeigenleiterin bei dem Medienunternehmen Martha Stewart Living Omnimedia. Vor einer Woche erst gab Yahoo bekannt, dass Jerry Yang, einer der Yahoo-Gründer, den Chief Executive Officer Terry Semel ablöst.

Firmensprecher begründen die Beförderung Karnstedts mit der Notwendigkeit, die Leitung des Werbegeschäfts in einer Hand zu vereinen. "Kunden wollen Kampagnen, die beide Arten von Werbung sowie neuartige Videospots umfassen", sagte die unlängst aufgerückte Yahoo-Präsidentin Susan Decker. In der so genannten Display-Werbung, die wie Anzeigen in der Zeitung auf Yahoos Webseiten erscheint, liegt das Portal deutlich vor dem Konkurrenten Google, der dagegen die lukrativere Werbung dominiert, die zusammen mit Suchergebnissen erscheint.

Karnstedt kam im September 2001 mit der Übernahme von Overture zu Yahoo. Er studierte Kommunikati-onswissenschaften an der Universität von Illinois und entschied sich früh für eine Karriere bei Internet-Firmen. 1996 stieg er bei Softbank Interactive Media ein, die damals unter anderem Werbung für Yahoo verkaufte. Nach seinem Aufstieg zum Regionalchef für Werbung bei Wired Digital Lycos wechselte er zu der vorübergehend führenden Suchmaschine Alta Vista, die jedoch von dem heutigen Marktführer Google in den Schatten gestellt wurde. Karnstedt brachte es bei Alta Vista zum Geschäftsführer mit Verantwortung für den Umbau der Suchplattform und die Integration von vier verschiedenen Firmen. Ihm wird die Entwicklung verschiedener Werbekanäle im Internet zugeschrieben, und er ist einer der Gründer des Suchausschusses in der Branchenorganisation Interactive Advertising Bureau.

Mit Werbung erzielt Yahoo über vier Fünftel seiner Erlöse. Google bezieht nahezu alle Einnahmen aus der suchgebundenen Werbung und erzielt dabei deutlich höhere Gewinnmargen als der ältere Konkurrent, der Google seinerzeit aus den Startlöchern half. Yahoo, das seit zwei Jahren versucht, in der suchgebundenen Werbung zu Google aufzuschließen, gab in der vergangenen Woche eine weitere Gewinnwarnung heraus.

Nun setzt Yahoo auf die mit Verspätung eingeführte neue Softwareplattform Panama. Höhere Einnahmen in der suchgebundenen Werbung könnten ein nachlassendes Geschäft in der Display-Werbung kompensieren, hieß es.

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