Wenn das Team zusammenhält, geht kein Krümel der Beute verloren
Delfine sind Spezialisten für das Projektmanagement

Sicher sind es die Delfine, die das Projektmanagement erfunden haben. Denn lange bevor Manager auf die Idee kamen, Menschen nicht mehr ausschließlich in festen Teams und Abteilungen arbeiten zu lassen, sondern sie je nach Erfordernis eines Projekts zu immer neuen Gruppen zusammenzusetzen, haben die Delfine diese Lebensweise schon immer praktiziert.

HB DÜSSELDORF. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihr soziales Leben extrem flexibel zu gestalten und sich wechselnden Cliquen anzuschließen, je nachdem, um was es gerade geht. Da gibt es Gruppen, sogenannte Delfin-Schulen, die nur aus Männern bestehen. Gemeinsam pflegen sie ihr Rowdytum in ihrer Gang, laufen aber auch manchmal mit mehreren Kumpels zu anderen Banden über oder schließen sich bei Bedarf mit einer zweiten Männergruppe zusammen, um eine dritte zu überfallen. Auch die Delfin-Damen pflegen ihre Kränzchen, denn als Schule, die bisweilen mehrere hundert Tiere umfassen kann, können sie sich viel besser der Belästigungen von Rowdys erwehren.

Einer der wichtigsten Gründe für die Bildung einer Projektgruppe ist die gemeinsame Jagd. Dabei haben die Tümmler sich keineswegs eine Beute zum Lieblingsfutter erkoren, die träge und leicht zu überlisten ist, sondern eine der wendigsten, flüchtigsten überhaupt: Die Sardellen.

Diese quirligen Fischchen schwimmen in großen Schwärmen tief unter der Wasseroberfläche und verfügen über eine sensationelle Schwarmintelligenz. Das heißt: Sie bewegen sich total koordiniert wie ein einziger großer Organismus und sind in der Lage, im Bruchteil einer Sekunde ihre Richtung zu wechseln, sich zu teilen und wieder zusammenzuschließen, um einem Angreifer zu entkommen.

Auf diese Schwarmintelligenz ihrer Beutefische haben sich die Delfine ideal eingestellt. Wenn sie in Gruppen von vielleicht 15 Tieren auf die Jagd gehen, verständigen sie sich über ihre typischen Pfeifsignale. Dabei, das vermuten Wissenschaftler jedenfalls, hat höchstwahrscheinlich jeder Delfin ein ganz individuelles Pfeifzeichen, an dem nur er zu erkennen ist.

Mittels dieser Töne verständigen sich die Delfine nicht nur untereinander, sondern sie nutzen sie auch, um die Sardellen kirre zu machen. Mit höchster Präzision treiben sie die kleinen Silberlinge ganz langsam, aber bestimmt, immer enger zusammen und gleichzeitig immer näher an die Wasseroberfläche. Dort oben verschlingen sie sie. Da das sofort den Seevögeln auffällt, segeln sie herbei, um sich aus der Luft an dem großen Fressen zu beteiligen.

Die Möwen an ihrem Mahl teilhaben zu lassen, ist keine Samaritergeste der Delfine, sondern es hat die Funktion, weithin für andere Delfine sichtbar zu machen, dass hier der Tisch bereitet ist und es sich lohnt herbeizueilen. Da die Jäger bei weitem nicht in der Lage sind, sich den ganzen Sardellenschwarm in den Bauch zu schlagen, wäre jede Sardelle, die jetzt nicht vertilgt wird, verloren.

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