Management
Wenn sich Manager albern anhören

Ist Ihre Stimme zu schwach? – Hört Ihnen niemand wirklich zu, wenn Sie etwas sagen? Und wie sieht es mit klaren Ansagen aus, festem Rhythmus und Selbstvertrauen im Sprachalltag? Debby Tran aus Los Angeles war es leid, in Meetings ständig abgewürgt zu werden: „Keiner hörte mir wirklich zu, und das lag nicht daran, dass ich nichts zu sagen hatte. Es lag an der Qualität meiner Stimme“, sagt die 30-jährige Jungmanagerin, die für Planung und Organisation im Cedar Sinai Hospital verantwortlich ist.

HB LOS ANGELES. Tran gehört zu Hunderttausenden von amerikanischen Managern, die mit der Qualität ihrer eigenen Stimme unzufrieden sind und deshalb bei einem so genannten Voice Coach, also einem Sprachtrainer, Hilfe suchen.

„Ich mochte meine Stimme noch nie, fand sie zu lasch,“ erzählt Steve Schuman, Anwalt aus Los Angeles. Auch aus diesem Grund recherchierte der 42-jährige im Internet nach einem Sprachtrainer. „Professionelle Hilfe erschien mir sinnvoll, da ich keine Ahnung hatte, wie ich meine Stimme besser trainieren konnte.“

Vorbei sind die Zeiten, da nur Stotterer und Sprachbehinderte zum Therapeuten gingen, um sich in langen Sitzungen ein neues Sprachgefühl zu erarbeiten.

„Wir bekommen fast täglich Anrufe von Managern, die mit ihrer Stimme unzufrieden sind und daran feilen wollen“, berichtet Susan Miller, Sprachtherapeutin aus Washington. Zusammen mit ihrer Kollegin Susan Berkley bietet sie seit kurzem unter www.voicetrainer.com eine Disketten-Sammlung über das Internet an, die den Kunden helfen soll, „auf einfache Art und Weise, die Fundamente der eigenen Stimme mit Energie zu füllen.“ Was sich zunächst ein bisschen nach Hokuspokus und schnellem Geldverdienen anhört, entwickelt sich aber tatsächlich immer mehr zum boomenden Markt in Amerika.

„Vor zwei Jahren ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie viele Menschen unzufrieden sind mit ihrer eigenen Stimme“, sagt Miller.

Während eines Seminars am Smithsonian Institut, das den Titel trug „Cultivating the Medium of the Message: Your Voice“, zeigte sich die Sprachexperten geschockt, als an Stelle der 30 erwarteten Teilnehmer plötzlich 150 Menschen im Saal auftauchten. Miller: „Seit diesem Seminar widme ich 35 Prozent meiner Zeit normalen, nicht behinderten Stimmen. Vor drei Jahren waren es nur fünf Prozent.“

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